Do, 14. Dezember 2017

45 Minderjährige

14.09.2015 16:39

Erster Schultag nach der Flucht

Herzliche Szenen zu Schulbeginn: 45 Flüchtlinge drücken seit Montag an der Polytechnischen Schule Deutschfeistritz die Schulbank. Sie alle haben in ihrer Heimat Schlimmes erlebt und bekommen hier Chancen auf eine sichere, gewaltfreie Zukunft. Die "Krone" durfte die Burschen am ersten Tag im Klassenzimmer begleiten.

"Herzlich willkommen" steht auf der Tafel geschrieben – und mit einem kräftigen "Guten Morgen!" begrüßen die 45 Schüler aus Afghanistan, Syrien, Somalia oder dem Irak mit einem Lachen im Gesicht ihren Klassenvorstand Markus Oberländer (29). Die Minderjährigen mussten aus ihrem Heimatland fliehen, ihre Familie (sofern sie noch eine haben) zurücklassen.

So auch Abdi Mustafa (17), der nun seit etwas mehr als einem Jahr im Diakoniewerk-Wohnheim für Hilfesuchende in Deutschfeistritz lebt: "Aus Somalia musste ich wegen des Kriegs flüchten. Ich war einige Monate im Gefängnis in Libyen und bin dann mit dem Schiff weiter, bis ich schlussendlich in Traiskirchen gelandet bin. Jetzt bin ich hier und darf Deutsch lernen!"

Chance für ein neues Leben
Die Dankbarkeit steht ihm und seinen Freunden ins Gesicht geschrieben. Die meisten sind aufgrund der Erlebnisse traumatisiert, und doch wollen sie die Chance auf ein neues Leben nutzen. Die wird ihnen in Deutschfeistritz gegeben: In 26 Unterrichtsstunden und Dreier-Gruppen bringen ihnen acht Lehrer Deutsch, Englisch und Mathematik bei. Zusätzlich erhalten sie Muttersprachen- und Sportunterricht. Im Wohnheim des Diakoniewerks wird das Erlernte noch einmal vertieft.

Respekt und Zusammenhalt wird groß geschrieben: "Ihr wisst, die Frau Direktorin legt Wert auf das Einhalten von Regeln. Das heißt: Ab sofort ist Patschenpflicht, keine Kapperln im Unterricht, und die Handys kommen in die rote Box. Aber keine Angst, ihr bekommt sie heil wieder", beruhigt eine Lehrerin. Und Angst müssen die Flüchtlinge hoffentlich nie wieder haben!

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