So, 17. Dezember 2017

Forscher begeistert

11.09.2015 11:53

NASA veröffentlicht Nahaufnahmen von Pluto

Die US-Weltraumbehörde NASA hat am Donnerstagabend detailreiche neue Bilder veröffentlicht, die die Sonde "New Horizons" im Juli bei ihrem Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto gemacht hat. Die Nahaufnahmen zeigen eine Vielzahl von Oberflächenstrukturen, die die Forscher staunen lassen und ihnen auch so manches Rätsel aufgeben.

Die neuen Fotos zeigen die Oberfläche des Pluto mit einer Auflösung von 400 Metern pro Pixel und sind aus einer Entfernung von 80.000 Kilometern aufgenommen worden. Pluto überrasche mit einer Vielzahl von Geländeformen und einer Komplexität von Prozessen, die allem, was man bisher in unserem Sonnensystem gefunden habe, ebenbürtig sei, sagt Alan Stern vom Southwest Research Institute in Boulder (Colorado). "Hätte ein Künstler Pluto vor unserem Vorbeiflug so dargestellt, hätte ich vermutlich gesagt, dass er es übertreibt. Tatsächlich sieht er (Pluto, Anm.) aber genauso aus", wird Stern auf der Website der NASA zitiert.

Oberfläche "genauso komplex wie die des Mars"
"Die Oberfläche des Pluto ist in allen Details genauso komplex wie jene des Mars", sagte Jeff Moore vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field (Kalifornien). "Bei den chaotisch verteilten Bergen in der Region Sputnik Planum handelt es sich möglicherweise um gewaltige Brocken aus steinhart gefrorenem Wassereis, die in einer weicheren Ablagerung aus gefrorenen Stickstoff treiben", so der Wissenschaftler. Für Rätselraten sorgen Bilder von Strukturen, die aussehen wie Dünen - und das, obwohl es dem Zwergplaneten an einer dafür eigentlich notwendigen dichten Atmosphäre fehlt.

Übertragung aller Daten dauert 16 Monate
Nach einer mehr als neun Jahre dauernden und fünf Milliarden Kilometer langen Reise war "New Horizons" Mitte Juli als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersucht. Bis sämtliche beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos zur Erde geschickt sind, wird es laut Angaben der NASA noch rund 16 Monate dauern.

Pluto etwas größer als bisher angenommen
Dank "New Horizons" fanden die Forscher bereits vor dem Vorbeiflug heraus, dass Pluto, der nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt ist, größer ist als gedacht. Ging man bis zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass der eisige Zwergplanet einen Durchmesser von 2300 Kilometern hat, zeigten Messungen der Raumsonde, dass er 2370 Kilometer betragen dürfte.

Wurde 2006 zum Zwergplaneten degradiert
Pluto ist etwa um ein Drittel kleiner als unser Mond. Der anno 1930 vom US-Astronomen Clyde Tombaugh entdeckte Himmelskörper war jahrzehntelang der kleinste und sonnenfernste der damals neun Planeten unseres Sonnensystems. Im Jahr 2006 wurde Pluto jedoch der Planetenstatus aberkannt, seither gehört er der damals neu geschaffenen Klasse der Zwergplaneten an.

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