Sa, 16. Dezember 2017

Bale als "Ritter"

09.09.2015 13:20

"Knight Of Cups": Malicks philosophisches Spiel

Er meidet den roten Teppich, gibt kaum Interviews und keine Pressekonferenzen. Der scheue US-Regisseur Terrence Malick ("Der schmale Grat") lässt lieber seine Filme für sich sprechen. Und sein neuestes Werk hat auch eine eindeutige Botschaft. Das philosophisch-poetische Drama "Knight of Cups" (Kinostart: 11. September) handelt davon, wie der Mensch in seinem Leben den rechten Weg findet.

Es wirkt an manchen Stellen fast so, als ob der 71-jährige Malick in missionarischer Mission unterwegs sei. Knapp zwei Stunden lang berichtet er in einer gewaltigen Bilderflut von der Suche des erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautors Rick (Bale) nach dem Sinn des Lebens.

Malick verzichtet dabei weitgehend auf eine klassische Filmerzählung. Er lässt seine Hauptfigur durch Los Angeles ziehen - samt langen Monologen und Dialogfetzen. Getrieben wird der Filmheld auch von den Beats, mit denen der Regisseur das Leben in der pulsierenden Metropole Los Angeles unterlegt hat - gleichsam der Herzschlag der Stadt und ihrer Einwohner.

"Knight of Cups" ist wie schon Malicks Film "The Tree of Life", mit dem der Regisseur 2011 die Goldene Palme in Cannes gewann, ein assoziativer Bilderrausch. Der Protagonist treibt dabei durch sein Leben in Kalifornien und hat wechselnde Partnerinnen, darunter Natalie Portman ("Black Swan") und Cate Blanchett ("Cinderella", "Blue Jasmine"). Die inneren Stimmen der Figuren kommentieren das Geschehen auf der Leinwand aus dem Off.

Der Filmtitel "Knight of Cups" (Ritter der Kelche) bezieht sich auf eine Tarot-Karte mit demselben Namen. Sie steht in dem Kartenspiel unter anderem für Selbstfindung, das Träumerische und das Sehnsuchtsvolle. "All die Jahre lebe ich das Leben eines Menschen, den ich gar nicht kenne", sagt Rick zu Beginn des Films und bricht dann auf zu einer inneren Reise hinter die Fassaden der ungezügelten Partys und spektakulären Geschäftsabschlüsse.

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