Di, 22. Mai 2018

Südösterreich:

08.09.2015 16:20

Flüchtlingsausweichroute möglich

Die nächste Flüchtlingswelle ist im Anrollen! Wegen der unmenschlichen Zustände in Ungarn dürften sich die Kriegsflüchtlinge aber bald neue Routen nach Deutschland suchen. Die kürzeste führt über die Steiermark oder Kärnten (Lavamünd, Bleiburg, Karawankentunnel). Hinter den Kulissen wird bereits an Situationsanalysen, Einsatzplänen und Versorgungsmöglichkeiten gearbeitet.

Die Atempause im Flüchtlingsdrama währt nur kurz. Wie berichtet, drängen weitere Zehntausende Flüchtlinge nach Mitteleuropa. Weil Ungarn mit Stacheldraht die Grenzen dicht macht, dürften die Migranten demnächst neue Routen für ihre Reise nach Deutschland wählen. Die kürzeste Alternative zur "Ungarn-Route" führt von Serbien über Kroatien, Slowenien, Südösterreich (siehe Grafik) weiter nach Deutschland.

In Kärnten wird damit gerechnet, dass viele Flüchtlinge über die ehemaligen Grenzübergänge Bleiburg, Lavamünd und den Karawankentunnel weiterreisen wollen. Auch der steirische Grenzübergang Spielfeld sei eine Möglichkeit. "Wie viele kommen werden, ist unklar. Wir warten derzeit auf Informationen aus unseren Nachbarländern", erklärt Hannes Dullnig, Leiter der Einsatz- und Grenzpolizei. Zuletzt wurde die Zusammenarbeit mit Italien und Slowenien intensiviert.

Auf dem Papier existiert bereits ein Szenario, das von einem massiven Flüchtlingsansturm via Kärnten ausgeht: Rasch würden Polizisten aus anderen Bundesländern in Kärnten konzentriert. Vereinfachungen im behördlichen Ablauf sind geplant, ein bestehender Einsatzplan wird laufend angepasst. Ob, wie zuletzt in Niederösterreich, die Weiterreise der Flüchtlinge erlaubt würde, sei aber eine politische Frage, heißt es. Man will dennoch auf alles vorbereitet sein. Dullnig: "Wir sind laufend im Kontakt mit dem Roten Kreuz, der Caritas, NGOs. Im Moment sind wird dabei, Kapazitäten für die kurzfristige Unterbringung zu schaffen."

Welche Route die meisten Flüchtlinge letztlich wählen, bleibt bis dahin unklar.

FP-Obmann Christian Ragger rechnet jedenfalls mit einem massiven Ansturm von Flüchtlingen, die via Slowenien nach Kärnten kommen werden. Da sich die "Sicherheitslage" ändere, fordert er die Erhaltung der Kaserne in Bleiburg.

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