Do, 14. Dezember 2017

Mehrere Verletzte

07.09.2015 22:22

Mazedonien: Polizei prügelt auf Flüchtlinge ein

Mazedonische Polizisten haben am Montag an der Grenze zu Griechenland mit Knüppeln auf Flüchtlinge eingeschlagen. Dabei wurden nach Angaben eines AFP-Fotografen mindestens drei Flüchtlinge verletzt. Am Montag überquerten bis zum Abend rund 2500 Flüchtlinge von Griechenland aus die Grenze nach Mazedonien. 8000 weitere warteten in angespannter Atmosphäre auf der griechischen Seite.

Vonseiten des mazedonischen Innenministeriums hieß es, bei solch großen Menschenmengen gebe es naturgemäß Rempeleien. Die Polizei müsse einschreiten, um eine Eskalation der Lage zu verhindern. Die Ankömmlinge, die vor den Konflikten im Nahen Osten und in Afrika flohen, versuchten so schnell wie möglich, zu Bussen und Zügen in Richtung Norden nach Serbien zu gelangen.

Seit Juni 65.000 Passierscheine ausgestellt
Seit Sonntag verließen 5000 Flüchtlinge und Migranten das Aufnahme- und Registrierungszentrum in Gevgelija auf der mazedonischen Seite der Grenze. Die mazedonischen Behörden stellten nach Polizeiangaben seit dem 19. Juni fast 65.000 Passierscheine aus. Die meisten Flüchtlinge, viele von ihnen aus Syrien, wollen über Serbien in das EU-Land Ungarn und von dort aus in andere EU-Staaten, vor allem Deutschland, gelangen. In Griechenland wurden seit Jänner 230.000 Flüchtlinge registriert, die auf dem Seeweg kamen.

Griechen holen 12.000 Flüchtlinge von Lesbos aufs Festland
Griechenland will in den kommenden fünf Tagen etwa 12.000 Flüchtlinge von der Insel Lesbos auf das Festland nach Athen holen. Dazu werde die Zahl der Fähren von drei auf vier oder fünf erhöht, kündigte Einwanderungsminister Yannis Mouzalas am Montag im staatlichen Fernsehen an. Zudem würden Registrierungsstellen eingerichtet und Schiffe als provisorische Unterkünfte für Flüchtlinge hergerichtet.

Auf Lesbos halten sich nach seinen Angaben 15.000 bis 18.000 Flüchtlinge auf. Die Insel könne aber nur mit 4000 bis 5000 zurechtkommen. Seit Montag vergangener Woche wurden nach Regierungsangaben über 15.000 Flüchtlinge von den Inseln auf das Festland gebracht. Von dort aus versuchen die meisten, via Mazedonien, Serbien und Ungarn weiter nach Deutschland zu kommen. Wegen des enormen Andrangs in Ungarn erlaubt Deutschland derzeit Flüchtlingen aus dem osteuropäischen EU-Land die Einreise ohne die in der EU vereinbarten Verfahren.

Griechenland fordert EU-Katastrophenschutz
Griechenland bat am Montag die Europäische Union, den Mechanismus für den gemeinsamen Katastrophenschutz zu aktivieren. Damit solle dem Zustrom von Flüchtlingen und Migranten begegnet werden, teilt das Innenministerium in Athen mit. Angefragt würden unter anderem Personal, Medikamente und Kleidung. Der EU-Katastrophenschutz war zuletzt unter anderem in der Ukraine-Krise, beim Erdbeben in Nepal oder der Ebola-Epidemie in Westafrika aktiv.

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