Fr, 24. November 2017

Rainermarsch

07.09.2015 20:02

Salzburgs heimliche Landeshymne wird 100

Ein 22-jähriger Bauernbub aus Mähren komponierte in den Trümmern einer Kapelle während des Ersten Weltkrieges sein berühmtestes Werk - den Rainermarsch. Freitag feiert man das Jubiläum der Uraufführung.

Es gibt gestandene Männer, die jedes Mal nasse Augen bekommen, wenn diese Melodie erklingt. Und es gibt wohl keinen Zapfenstreich oder ein größeres Blasmusikkonzert, wo er nicht erklingt oder das Publikum nicht lautstark seine Aufführung fordert: Der Rainermarsch, Salzburgs heimliche Landeshymne, feiert diese Woche seinen 100. Geburtstag. Sein Komponist Hans Schmid, nach dem der Platz an der früheren Maxglaner Obus-Kehre benannt wurde, ist allerdings gar kein Salzburger: Er wurde 1893 in einem kleinen Dorf bei Znaim (heute Znojmo in Tschechien) geboren. Mit zehn Jahren schrieb er seine ersten Kompositionen, nahm täglich lange Fußmärsche auf sich, um die Musikschule zu besuchen. Mit 15 wollte der Bauernbub aus Mähren an die Musikakademie nach Wien wechseln - doch die Eltern hatten kein Geld.

Zum Glück hatte er einen Mentor an der Znaimer Schule, einen früheren Militär-Dirigenten der Salzburger "Fürst Auersperg Kapelle" und dieser schickte den jungen Hans Schmid in die Mozartstadt, zum Leiter der Regimentsmusik des Infanterieregiments Nr. 59, den "Rainern". Dort bestand er alle Aufnahme-Prüfungen mit Bravour, spielte Primgeige und Bassflügelhorn und bald war der "Bua", so genannt wegen seines jugendlichen Aussehens ein anerkannter Arrangeur und Komponist. Als die "Rainer" im August 1914 ins Feld zogen, hieß es auch für den Bauernbuben aus Mähren Abschied von Salzburg nehmen, er kam nach Galizien. Dort komponierte er nach einem heftigen Granatenangriff der Russen in einer schwer beschädigten orthodoxen Kapelle an einem Septemberabend des Jahren 1915 sein berühmtestes Werk - den "Rainermarsch".

Vor der Feier Konzert am Residenzplatz
Damals, mit nur 22 Jahren, war Hans Schmid bereits frisch gebackener Leiter der Regimentsmusik, er dirigierte die Uraufführung des Marsches im Schlosshof der galizischen Kleinstadt Olyka, exakt am 11. September 1915. Auf den Tag genau nach 100 Jahren lädt der Rainerbund am Freitagabend zu einer Jubiläums-Feier in den Rittersaal der Residenz. Bundesobmann Mag. Markus Lechner kann sich auch über eine Sonderpostmarke und eine Postkarte zum 100-jährigen Jubiläum des Rainermarsches freuen, das Rainer-Museum auf der Festung Hohensalzburg wurde im Vorjahr saniert und erneuert. Vor der Jubiläumsfeier gibt es Freitag ab 18 Uhr auch am Residenzplatz ein Konzert der Rainermusikkapelle unter Horst Egger - garantiert mit Rainermarsch.

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