Fr, 24. November 2017

Messungen nur selten

07.09.2015 19:08

Pilze strahlen weiter - Ministerium prüft weniger

Vor genau 10.726 Tagen explodierte der Atomreaktor von Tschernobyl. Die radioaktiven Wolken zogen bis zu uns. Und noch immer strahlen die Pilze als Folge dieser nuklearen Katastrophe. Salzburg ist das Bundesland, das am ärgsten betroffen ist - aber das Ministerium will die schrecklichen Daten nicht mehr so oft messen…

Das Radiologische Messlabor des Landes untersucht seit Beginn, wie stark die Lebensmittel in Salzburg verseucht sind durch nukleare Niederschläge nach der Katastrophe von Tschernobyl. Die letzten Messungen bestätigten eindeutig, dass die Folgen des Atomunfalls noch immer zu spüren sind. 15 Proben von Maroniröhrlingen wurden untersucht - 7 wiesen einen zu hohen Gehalt des radioaktiven Cäsium-137 auf. Eierschwammerl schnitten etwas besser ab - da waren 2 von 129 Proben auffällig.

"Aber nicht nur die Pilze sind verstrahlt", weiß Gesundheits-Referent und Landes-Vize Christian Stöckl: "Auch im Waldboden ist noch immer zu viel Radioaktivität nachweisbar", sagt er.

Trotzdem wollte das Gesundheitsministerium heuer die Unterstützung für das Messlabor - 7000 Euro im Jahr - ersatzlos streichen. Nach heftigen Protesten sicherte Ministerin Oberhauser jetzt zu, dass der Bund die Messungen der Pilze wenigstens alle zwei Jahre finanziert. "Das halten die Wiener Experten für ausreichend. Wir müssen das zähneknirschend zur Kenntnis nehmen", sagt Stöckl. Als ob der Bund nicht so genau wissen will, wie stark die Strahlung noch immer ist.

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