Mi, 22. November 2017

Ethik gefordert

05.09.2015 16:47

Mehr Muslime als Katholiken an Wiens Hauptschulen

Wenn am Montag die Schulglocken läuten, drücken 50.000 katholische Kinder in Wien die Schulbank - und neben ihnen sitzen bereits 35.000 muslimische, 25.000 ohne Bekenntnis und 12.000 serbisch-orthodoxe Mädchen und Buben. Angesichts dieser Vielfalt fordert die Stadtschulratspräsidentin Ethikunterricht für alle.

In Hauptschulen ist der Islam längst zum Glauben Nummer eins geworden. An den Gymnasien wiederum sieht die Welt ganz anders aus: Dreimal so viele katholische stehen muslimischen Jugendlichen gegenüber, während jene ohne Glaubensbekenntnis vor allem aus christlichen Familien stammen. Laut einer Bevölkerungsstudie wird sich dieser Trend bis 2050 weiter verstärken: Nur noch ein Drittel der Wiener Bürger werde katholisch sein, während sich die Anhänger des islamischen Glaubens verdoppeln werden.

"So wie sich die Stadt verändert, so entwickelt sich auch die Schule", kommentiert man im Stadtschulrat. Im Bekenntnis der Wiener Schüler schlagen sich Migrationshintergrund wie sozialer Status des neuen Bevölkerungsbildes nieder. Nirgends in Österreich ist das Bild so bunt und modern, aber auch so gespalten wie an Schulen der Donaumetropole.

Ethikunterricht für alle Kinder in Schulen
Angesichts der wachsenden Vielfalt fordert Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl unabhängig vom Glaubensbekenntnis verpflichtenden Ethikunterricht für alle Kinder - und Religionsunterricht auf freiwilliger Basis. Eine Frage, die die Politik seit Jahren spaltet: Sollen Schüler nach Religion voneinander getrennt über Christentum oder Islam diskutieren oder gemeinsam über Glaube, Gesellschaft und Wertvorstellungen?

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