Sa, 25. November 2017

Am Kapitelplatz

05.09.2015 13:35

„Air France“ rockte die City

Einen Leichtathletik-Olympiasieger erlebt man in Österreich nicht alle Tage live. Und Stabhochsprung-Ikone Renaud Lavillenie hielt gestern beim "Silberpfeil-Cityjump" auf dem Kapitelplatz alles, was man sich von ihm versprochen hatte. "Ist das geil, ich dreh’ durch", hatte man nicht nur aus einem staunenden Mund vor der prächtigen Kulisse hinter dem Salzburger Dom gehört, als sich insgesamt sieben Athleten in die Luft schraubten.

Und die "Air France", wie der 1,76 Meter große Franzose genannt wird, rockte dann am Ende alleine die City, blieb der Charity zu Gunsten der verunglückten Kollegin Kira Grünberg nichts schuldig. Insgesamt zwölf Versuche bekamen die 4000 Zuschauer vom Weltrekordhalter (6,16 m) und Weltsportler des Jahres 2014 zu sehen. Und sie erlebten um 20.39 Uhr einen historischen Moment: Mit 5,93 Metern im ersten Versuch schaffte der 28-Jährige die höchste je in Österreich gesprungene Höhe. Am 6. Juli 1991 hatte der Ungar Istvan Bagyula beim Gugl-Meeting in Linz 5,92 überquert, am selben Tag Hermann Fehringer den Österreich-Rekord (5,77) aufgestellt, der noch immer hält.

18.000 Euro für verunglückte Kira Grünberg
Lavillenie scheiterte dann zwar drei Mal an der Sechs-Meter-Marke. Aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. "Es war großartig, ich bin glücklich, hier zu sein und Kira unterstützen zu können", sagte der Olympiasieger von 2012, der auf jegliches Start- oder Preisgeld wie alle anderen Athleten verzichtet hatte. Die Meeting-Organisatoren Karin Walkner und Daniela Angerbauer waren am Ende froh und stolz, dass 18.000 Euro für Kira Grünberg im Charity-Pot lagen.

Lavillenie hatte die Ende Juli verunglückte und nun querschnittgelähmte Tirolerin Donnerstag in der Reha-Klinik in Bad Häring besucht, worüber sich Grünberg sehr dankbar zeigte. "Renaud ist so locker und sensibel, es war nett, mit ihm zu plaudern!" Anderseits zeigte sich der Franzose tief beeindruckt von ihr: "Kira hat mich verblüfft, sie ist eine faszinierende Frau. Sie ist ganz fokussiert und blickt nur nach vorne." Kira hatte ihm sogar das Video ihres tragischen Sturzes gezeigt. Es war ein magisches Treffen für Lavillenie - und er sorgte für einen magischen Salzburg-Abend. Eine bessere Werbung für die Leichtathletik gibt es nicht.

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