Fr, 24. November 2017

Fremdenhass-Protest

04.09.2015 16:53

Fans der Punkband Ärzte starten „Aktion Arschloch“

Im Zuge der Flüchtlingskrise haben Fans der deutschen Punkband Die Ärzte eine neue Protestinitiative gegen Fremdenhass gestartet: Die "Aktion Arschloch" wollte das Lied "Schrei nach Liebe" der Berliner Gruppe wieder in die Charts bringen - bei iTunes, Google und Amazon gelang das innerhalb kurzer Zeit. Der Song war erstmals 1993 veröffentlicht worden und richtet sich gegen Neonazis.

Die Ärzte reagierten in einem Statement erfreut: "Die Aktion wäre auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool. Wenn es unser Lied sein soll, unterstützen wir das aber natürlich gern." Die Einnahmen sollen an "Pro Asyl" gehen. "Wir wünschen allen Nazis und ihren Sympathisanten schlechte Unterhaltung", so das Trio.

Nachdem es 1993 im sächsischen Hoyerswerda zu rassistisch motivierten Gewalthandlungen kam, bei denen 32 Menschen verletzt wurden, veröffentlichten Die Ärzte "Schrei nach Liebe". In dem Song bezeichnet Leadsänger Farin Urlaub Nazis explizit als "Arschloch" - damals ein No-Go. So dauerte es auch, bis das Lied in den Radios gespielt wurde. "Schrei nach Liebe" erreichte den neunten Platz in den deutschen Single-Charts - mit der jüngsten Aktion könnte es aber weit höher klettern.

Schon Freitagmittag konnte der "Aktion Arschloch"-Organisator erste Erfolge vermelden: Auf iTunes belegten verschiedene Versionen von "Schrei nach Liebe" in den Ranglisten der meistverkauften Tracks bereits die Plätze eins und sieben. In die österreichischen Charts konnte der Song bislang noch nicht wieder einsteigen. Dort hält derzeit die "Schweigeminute" für Traiskirchen von Künstler Raoul Haspel den ersten Platz der "Austria Top 40" von Ö3.

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