Mo, 18. Dezember 2017

In Berliner Kirche

04.09.2015 17:00

Hunderte Moslems konvertieren zum Christentum

Er kam als Mohammed, er ging als Martin: So wie Martin Ali Zonoobi, ein Flüchtling aus dem Iran, konvertieren in der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeitskirche in Berlin immer mehr muslimische Flüchtlinge zum Christentum. Vorwürfe, sie wollten damit nur ihre Chancen auf Asyl verbessern, weisen sie entrüstet zurück. Und auch Pastor Gottfried Martens bestreitet das: "Das sind maximal zehn Prozent, die danach nicht mehr zu mir in die Kirche kommen."

Einer, der den evangelischen Glauben annahm, ist Vesam Heydari: Der Iraner hatte 2009 in Norwegen um Asyl angesucht und war dort auch konvertiert. Die norwegische Einwanderungsbehörde glaubte ihm aber nicht, Heydari flüchtete weiter nach Deutschland - hier wartet er, bis sein Aufenthaltsstatus geklärt ist.

Während den christlichen Kirchen die einheimischen Gläubigen davonlaufen, kommt Pastor Martens in Berlin mit der "Arbeit" kaum nach: Waren es vor zwei Jahren insgesamt 150 Moslems, die evangelisch werden wollten, sind es in den letzten Wochen bereits 600, die den Halbmond mit dem Kreuz tauschen wollen. Auch die lutheranische Kirche in Hannover und jene im Rheinland melden ähnliche Zahlen. Martens: "Ich habe weitere 80 Gläubige, die auf der Stelle zum Christentum übertreten wollen."

Der Grund, obwohl nicht offen ausgesprochen, ist klar: Gläubige Christen haben bei den Behörden bessere Chancen, als Flüchtlinge anerkannt zu werden. Fanatische Moslems müssen warten.

Für Martin Zonoobi, der im weißen Anzug in der Kirche erschien, und seine Frau Afsaneh, die jetzt Katarina heißt, ist das der Beginn eines neuen Lebens: "Nun sind wir frei und können so sein, wie wir sind. Und am wichtigsten ist, dass unsere Kinder hier in Deutschland eine Zukunft und eine gute Ausbildung haben."

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