Fr, 24. November 2017

Brutale Praxis

04.09.2015 10:19

Japan: Delfinjagd in Taiji hat wieder begonnen

Im japanischen Walfangort Taiji hat am Donnerstag die Saison für die blutige Jagd auf Delfine begonnen. Heuer dürfen 1873 Tiere gefangen werden. Das Auslaufen der Fischerboote wurde von Protesten von einem Dutzend ausländischer Tierschützer begleitet.

Die jährliche Jagd auf Delfine in Taiji wird von Tierschützern seit Jahren als brutales Massaker kritisiert, während viele Japaner sie als "örtlichen Brauch" verteidigen. Fischer locken dabei Jahr für Jahr Hunderte Delfine in eine bestimmte Bucht, die vor Zuschauern rigoros abgeschirmt wird - Zäune, Stacheldraht und Sicherheitspersonal sollen mögliche Zeugen aufhalten.

Enormer Stress für die Delfine
Anschließend werden die Tiere in zwei Gruppen eingeteilt. Die schönsten unter ihnen werden an Delfinarien und Meeresparks verkauft - alle anderen werden brutal getötet, um mit dem Fleisch Geld zu verdienen. Das grausame Spektakel hat trotz vieler Proteste am Freitag begonnen. Für die Delfine bedeutet der Fang enormen Stress, zum Teil werden Babys von ihren Müttern getrennt.

Film dokumentierte brutale Jagd
Alleine am Samstag sollen laut Beobachtern bereits 25 Delfine aus ihren Familiengruppen gerissen und für den Transport in Delfinarien vorbereitet worden sein. Bekannt wurde die Brutalität der japanischen Fischer vor allem durch die preisgekrönte Dokumentation "Die Bucht" aus dem Jahr 2009. Die Filmemacher - darunter der ehemalige Delfintrainer Richard O'Barry - sollen damals von den örtlichen Behörden behindert und sogar bedroht worden sein.

Rufe nach Verbot bisher erfolglos
Tierschützer und zahlreiche prominente Unterstützer machen sich seit Jahren für ein Verbot der Delfinjagd in Japan stark. Umweltaktivisten warnen zudem davor, dass Delfinfleisch gefährlich hohe Dosen Quecksilber enthalten könne und daher für den Verzehr gar nicht geeignet sei. Im Mai hatte der nationale Aquariumverband beschlossen, keine Delfine mehr aus Taiji zu beziehen.

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