Mo, 18. Dezember 2017

Feuer gelegt?

04.09.2015 14:29

D: Schwerverletzter bei Brand in Flüchtlingsheim

Bei einem nächtlichen Brand in einer deutschen Flüchtlingsunterkunft im südhessischen Heppenheim sind mehrere Bewohner verletzt worden. Ein Mann zog sich Knochenbrüche zu, als er aus einem Fenster im zweiten Stock des Gebäudes sprang. Drei Menschen erlitten nach Angaben der kommunalen Behörden Rauchvergiftungen und wurden vorsorglich im Krankenhaus behandelt.

Ob das Feuer absichtlich gelegt wurde oder versehentlich entstand, sei noch unklar, erklärte die Staatsanwaltschaft Darmstadt. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei brach das Feuer in der Nacht auf Freitag hinter der Eingangstür im Erdgeschoß aus. Dort stand mindestens ein Kinderwagen, der völlig ausbrannte. Einen technischen Defekt schlossen die Ermittler als Ursache aus.

Wie die Behörden weiter mitteilten, waren in dem dreigeschoßigen Gebäude 51 Menschen untergebracht, von denen 46 zum Zeitpunkt des Feuers zu Hause waren. Die Flüchtlinge stammen aus Äthiopien, Algerien, dem Irak, dem Libanon, Kongo, Nigeria, Türkei, Somalia und Syrien. Die Einrichtung ist vorerst unbewohnbar, die Bewohner kamen beim Roten Kreuz unter und wurden dort betreut. Nach einer Grundreinigung sollen die Flüchtlinge aber rasch zurückkehren können, hieß es.

Feuer gegen 1.15 Uhr bemerkt
Zeugen hatten gegen 1.15 Uhr Rauch im Eingangsbereich bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Diese traf wenige Minuten später ein und konnte den Brand zügig löschen. Die Freiwillige Feuerwehr und die Polizei waren nach Angaben der Stadt Heppenheim mit 50 Kräften im Einsatz, außerdem seien rund 30 Helfer der Rettungsdienste zur Unglücksstelle geeilt. Experten des Landeskriminalamtes nahmen am Freitag Proben, die auf Brandbeschleuniger untersucht werden sollen.

Seit Monaten Anschläge auf deutsche Asylheime
In den vergangenen Monaten hatte es mehrfach in Unterkünften für Asylwerber gebrannt, meist bevor diese von Flüchtlingen bezogen werden sollten. Dabei handelte es sich in einigen Fällen um gezielte Anschläge. Ob auch das Feuer in Heppenheim dazuzählt, werden die Ermittlungen zeigen.

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