Mo, 18. Dezember 2017

Kinder unter Toten

02.09.2015 13:37

Wohnhausbrand in Paris fordert acht Menschenleben

Bei einem der schwersten Wohnhausbrände in Paris seit Jahren sind in der Nacht auf Mittwoch acht Menschen - darunter auch zwei Kinder - gestorben. Die Flammen zerstörten ein fünfstöckiges Haus im Norden von Paris. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus, ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Am Mittwoch wurde nach Ermittlerangaben ein etwa 30 Jahre alter Mann festgenommen, der sich womöglich am Ort der Katastrophe befand. "Wir sind sehr vorsichtig, das ist erst der Beginn der Ermittlungen", sagte ein Beamter. Zeugenaussagen und die Auswertung von Videokameras führten die Polizei auf die Spur des Mannes.

Zwei Bewohner stürzten sich aus Fenster - tot
Das Feuer brach gegen 4.30 Uhr im Erdgeschoß des mehrstöckigen Gebäudes aus und breitete sich rasch über das Treppenhaus auch auf andere Geschoße aus. Mehr als 100 Feuerwehrmänner standen im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Zwei Menschen kamen beim Versuch, sich durch Sprünge aus Fenstern vor dem Feuer zu retten, ums Leben, wie "Le Parisien" berichtet.

Augenzeugen schilderten dramatische Szenen: "Ich habe Körper aus den Fenster stürzen sehen, und gefangene Menschen, die um Hilfe schrien", sagte ein Nachbar. "Sie hatten keine Wahl, entweder sie bleiben da und sterben, oder sie springen aus den Fenstern", sagte eine Bäckerin, die ebenfalls in der unweit der Basilika Sacre-Coeur gelegenen Myrha-Straße wohnt.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Brandstiftung
Die genaue Brandursache ist noch unklar, die Pariser Staatsanwaltschaft beauftragte aber wegen des Verdachts der Brandstiftung die Kriminalpolizei mit den Ermittlungen. Tatsächlich war die Feuerwehr in der Nacht gleich zweimal zu dem Haus gerufen worden: Um 2.23 Uhr rückten die Einsatzkräfte an, um ein "begrenztes Feuer" aus brennendem Papier zu löschen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Dann wurde die Feuerwehr erneut um 4.30 Uhr gerufen.

Innenminister: "Kriminelle Handlung könnte vorliegen"
"Es liegt auf der Hand, dass bei zwei Anrufen in einer Nacht eine kriminelle Handlung vorliegen könnte", sagte ein Sprecher des französischen Innenministeriums. Innenminister Bernard Cazeneuve besuchte umgehend den Ort der Katastrophe. Im Sender Europe 1 sagte er später, eine kriminelle Tat sei die wahrscheinlichste Erklärung für das Feuer. Frankreichs Staatschef Francois Hollande versprach, es werde "alles unternommen, um Licht in die Ursache für dieses Drama zu bringen". Den Angehörigen der Toten sprach er sein Beileid aus.

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