Mi, 13. Dezember 2017

Tonnen Gold an Bord?

01.09.2015 18:02

Angeblicher Fundort von "Nazi-Zug" abgesperrt

Nach Gerüchten über einen "Nazi-Zug" mit angeblich Tonnen von Gold in einem verborgenen Stollen in Niederschlesien haben Polens Behörden nun aus Sorge um die Sicherheit der zahlreichen Schatzsucher am Montag die Gegend um den angeblichen Fundort abgesperrt. Der polnische Verteidigungsminister sagte Hilfe bei der Suche nach dem deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg zu.

Das niederschlesische Walbrzych erlebt derzeit eine bizarre Goldgräberstimmung, seit zwei Männer über einen Anwalt verlautbart haben, dass sie die Position eines Panzerzuges kennen, der möglicherweise Kunstgegenstände und Gold enthält, die die Nazis 1945 vor den Alliierten verstecken wollten. Historiker halten die Existenz des Zuges für möglich. Sie vermuten darin Schriftstücke und Rüstungsmaterialien, aber keine wertvolle Fracht.

Nachdem die Existenz eines legendenumwobenen "Nazi-Zugs" vor knapp einer Woche vom Vizebürgermeister von Walbrzych (Waldenburg) auch noch offiziell bestätigt wurde, gehen zahlreiche Schatzsucher die aktive Bahnstrecke zwischen Waldenburg und Breslau mit Metalldetektoren ab. Dabei entging ein Mann nur knapp dem Tod, weil er auf den Gleisen ein Selfie von sich schoss und einen herannahenden Güterzug nicht sah. Jetzt kontrollieren Mitarbeiter der Bahn die Geleise.

Minister sagt Hilfe bei Suche zu
Der polnische Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak sagte am Dienstag seine Hilfe bei der Suche nach dem vermuteten deutschen Panzerzug zu. Ministeriumssprecher Jacek Sonta berichtete über den Kurznachrichtendienst Twitter, der Minister habe genehmigt, dass Militärexperten das Gelände um Waldenburg untersuchen.

Ein Deutscher und ein Pole hatten am 20. August über einen Anwalt mitteilen lassen, sie hätten Hinweise auf einen 120 bis 150 Meter langen gepanzerten Zug. In der Nähe von Waldenburg gibt es eine ganze Reihe unterirdischer Stollen (Bild unten), die die Nazis im Zweiten Weltkrieg unter dem Codenamen "Riese" bauen hatten lassen. Geschützt vor Luftangriffen der Alliierten sollten dort ursprünglich Waffen produziert werden. Ein Teil der Stollen ist heute für Touristen offen, das Tunnelsystem zieht aber auch viele Schatzsucher an.

Militärexperten sollen Gelände untersuchen
Am Montag hatte der Leiter der Bezirksregierung in Breslau wegen der fehlenden handfesten Beweise um Hilfe des Militärs gebeten. Mit Bodenradaren, wie sie auch bei der Suche nach Minen eingesetzt werden, soll die mutmaßliche Fundstelle an der Bahnstrecke zwischen Breslau und Waldenburg untersucht werden. Experten wollen sich in den kommenden Tagen einen ersten Eindruck von dem Gelände verschaffen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden, hieß es.

Gerüchte über Gold und Schmuck im Zug
Bereits vor Jahren machten Gerüchte die Runde, dass sich das legendäre Bernsteinzimmer in der Region befinden könnte, etwa in einem Tunnel mit Verbindung zum Fürstenschloss von Walbrzych. Auch nun blühen wieder Spekulationen: So werden bis zu 300 Tonnen Gold oder eine Ladung Diamanten in dem geheimnisvollen Zug vermutet.

Der polnische Denkmalkonservator Piotr Zuchowski ist sich jedenfalls "zu 99 Prozent" sicher, dass es ihn wirklich gibt. Er habe auf Radarfotos einen gepanzerten Zug von über 100 Metern Länge gesehen, der unter Erde begraben sei, sagte Zuchowski am Freitag vor der Presse in Warschau. "Die Tatsache, dass es ein gepanzerter Zug ist, legt nahe, dass es in seinem Inneren Objekte von Wert geben kann."

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