Di, 12. Dezember 2017

Bis zu 170 cm lang

01.09.2015 06:01

Große Riesenskorpione bevölkerten einst Weltmeere

Forscher haben in den USA die Überreste eines großen Riesenskorpions entdeckt. Der vermutlich bis zu 1,70 Meter lange Gigant bevölkerte vor 460 Millionen Jahren die Meere. Damit ist er der älteste bekannte Vertreter der seit rund 250 Millionen Jahren ausgestorbenen Seeskorpione.

Ein Team um den Paläobiologen James Lamsdell von der Universität Yale im US-Bundesstaat Connecticut tauften die Spezies Pentecopterus decorahensis - nach der Pentekontere, einem antiken griechischen Kriegsschiff. Sie wählten den Namen aufgrund der ähnlichen Form und der vermutlich räuberischen Lebensweise des Riesenskorpions.

Im Fachjournal "BMC Evolutionary Biology" berichten sie von 150 fossilen Überresten, die in der Winneshiek Lagerstätte gefunden wurden. Dieser 27 Meter dicke sandige Schiefer liegt in einem Meteoritenkrater im Nordosten des US-Bundesstaates Iowa.

Forscher vom Zustand der Fossilien begeistert
Die Wissenschaftler sind begeistert vom Zustand der Fossilien. "Das Exoskelett ist zwar in Stein gepresst, kann aber abgezogen und unter dem Mikroskop untersucht werden", wird Lamsdell in einer Mitteilung der Zeitschrift zitiert. "So werden erstaunliche Details sichtbar, wie etwa das Muster von kurzen Haaren an den Beinen." Es sei fast, als würde man Überreste eines heutigen Tieres untersuchen.

Die Hinterbeine des Seeskorpions hatten eine große paddelförmige Oberfläche und eigneten sich damit zum Schwimmen oder Graben. Das zweite und dritte Gliedpaar war vermutlich nach vorne geneigt, was darauf hindeute, dass diese Beine eher dem Beutefang als der Fortbewegung dienten.

"Neue Spezies ist außerordentlich bizarr"
Insgesamt sind die drei hinteren Gliedpaare kürzer als das vordere, so dass Pentecopterus vermutlich auf sechs seiner acht Beine ging. "Die neue Spezies ist außerordentlich bizarr", kommentiert Lamsdell. "Die Paddelform ihrer Beine ist einzigartig, ebenso wie ihre Kopfform."

Der gute Zustand der Fossilien erlaubt den Forschern eine Analyse feinerer Strukturen wie Stacheln, Schuppen, Follikeln und Haaren. So waren die Hinterbeine mit dichten Borsten besetzt - ähnlich wie bei Krebsen, bei denen diese Borsten für eine vergrößerte Oberfläche und damit mehr Antrieb beim Schwimmen sorgen. Da die Haarfollikel bei dem Seeskorpion aber kleiner waren, dienten die daraus wachsenden Borsten vermutlich eher zum Fühlen, glauben die Wissenschaftler.

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