Mo, 20. November 2017

Nach „Freigang“

31.08.2015 12:34

Steirischer Grauwolf „Fritzi“ wieder eingefangen

Nach fünf Wochen ist es nun endlich gelungen, den aus dem obersteirischen Tierpark Mautern entwischten Grauwolf "Fritzi" einzufangen. Der Tierarzt Josef Kain erwischte ihn am Sonntagabend nahe einem Hühnerstall in der Gemeinde St. Margarethen bei Knittelfeld. Der Wolf wurde mit einem Pfeil aus einem Gewehr betäubt, teilte Bürgermeister Erwin Hinterdorfer mit. Der Vierbeiner hat in Freiheit einige Kilos zugelegt - dank etlicher Hühner, die er sich einverleibte.

Der Grauwolf war Ende Juli aus dem Tierpark "Wilder Berg Mautern" ausgebüxt und machte seither die Gegend unsicher. Fritzi war im Zuge eines Unwetters aus dem Gehege entwischt. Der Regen hatte die Bodenplatten, die ein Hinausgraben der Tiere verhindern sollen, unterspült. Der Wolf nutzte ein Loch und entkam.Zehn Kilo zugenommen
Der Tierarzt und Angehörige der örtlichen Jägerschaft lagen danach wochenlang in der Früh und am Abend auf der Lauer, um das Tier einzufangen, berichtete Hinterdorfer. Durch Wildkameras habe man gewusst, wo der Wolf regelmäßig auftauche. Und das war zumeist in der Nähe von freilaufenden Hühnern in der Umgebung. "Wir schätzen, dass er rund 200 Hendln gefressen hat, täglich fünf bis sechs Tiere", so Hinterdorfer. Und die sind ihm offensichtlich äußerst gut bekommen: "Laut dem Tierarzt hat er bis zu zehn Kilogramm zugenommen", so der Ortschef. "Es hat sich wohl auch in Wolfskreisen herumgesprochen, dass wir in der Glein die besten Hendln haben."

Auf seinen kulinarischen Streifzügen führte der schlaue Wolf seine menschlichen Gegenspieler lange Zeit an der Nase herum. Das Tier dürfte die im Vorpass liegenden Jäger mit dem Betäubungsgewehr ebenso gewittert haben wie er gegenüber den aufgestellten Fallen mit Futter misstrauisch war: "Er hat nur hineingeschaut, reingegangen ist er nie", so der Bürgermeister.

Nacht im Käfig verbracht
Am Sonntagabend hatten die Jäger Martina Weiser, Peter Hörbinger und Matthäus Hubmann sowie Tierarzt Josef Kain jedoch endlich Glück: Sie erwischten Fritzi mit einem Betäubungspfeil aus einem Spezialgewehr nahe eines Hühnerstalls. Dank einem Sender im Pfeil gelang es den Beteiligten, den Wolf sehr rasch ausfindig zu machen. Er hatte sich noch einige Meter bergan geschleppt und war dann eingeschlafen.

Das Tier wurde untersucht, gewogen, danach wurde ihm ein Aufwachmittel verabreicht. Die Nacht verbrachte der Wolf in einem Käfig mit Futter und Wasser. "Er war einigermaßen aggressiv im Käfig, aber das wird sich wohl ändern, wenn er wieder im Tierpark ist", beschrieb der Bürgermeister Fritzis Verhalten nach dem Ende des "Freigangs".

"Ich bin nun sehr erleichert"
"Ich bin nun sehr erleichtert, dass unsere Bemühungen, den Wolf einzufangen, endlich von Erfolg gekrönt wurden", so Hinterdorfer. Er lobte die örtliche Jägerschaft, bei der es nie ein Thema gewesen wäre, den Wolf einfach abzuschießen, obwohl er um Bauernhöfe gestreunt sei und zwei, drei Ausflüge in bewohnte Gebiete gemacht hatte. Daran könne man ablesen, dass dieser Wolf eben an Menschen gewöhnt sei.

Fritzi wurde Montagmittag zurück in den Tierpark gebracht, wo er wieder mit seinem Rudel vereint wird.

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