Di, 21. November 2017

Neun Helfer verletzt

30.08.2015 14:23

„Brand aus“ nach Feuersbrunst in Recyclingfirma

Nach dem verheerenden Brand in einer Recyclingfirma in der Südsteiermark am Samstag haben die Einsatzkräfte am frühen Sonntagnachmittag endlich "Brand aus" vermelden können. Eine Brandwache wurde eingerichtet, um etwaige wieder aufflammende Glutnester rasch löschen zu können. Die neun Feuerwehrmänner, die bei dem äußerst kräftezehrenden Einsatz verletzt wurden, befinden sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

Hunderte Florianis hatten in der Nacht auf Sonntag den Kampf gegen die Flammen in einer Recyclinganlage der Firma Ecoplast in Wildon (Bezirk Leibnitz) fortgesetzt. 170 Feuerwehrleute wurden zudem nachalarmiert, um die Kollegen, die schon mehr als zehn Stunden im Löscheinsatz waren, abzulösen. Zusammengeschmolzenen Plastikballen mussten unter anderem auseinandergezogen und innen gelöscht werden. Bis in die frühen Morgenstunden loderte offenes Feuer, am Vormittag waren die Nachlöscharbeiten im Gange, leichter Rauch stieg zu diesem Zeitpunkt noch über dem Gelände auf.

Mittlerweile wurde eine Brandwache eingerichtet, um einen möglichen Wiederausbruch des Feuers rechtzeitig unterbinden zu können. Ab Montag soll eine Spezialfirma die Aufräumarbeiten übernehmen.

Rauchwolke sogar aus dem Weltall sichtbar
Der Brand war Samstag gegen 12.45 Uhr ausgebrochen. Das Feuer betraf teilweise im Freien, teilweise in einer Halle lagernden Kunststoff. Die Feuersbrunst war laut Herbert Putz über 100 Meter hoch, eine dunkle Rauchwolke mit einer Breite von bis zu 50 Metern war kilometerweit zu sehen, unter anderem in der rund 25 Kilometer entfernten Grazer Innenstadt. Laut ORF war sie sogar vom Weltraum aus sichtbar.

Im Umkreis von etwa 300 Metern wurde rund um den Brandort eine Sperre errichtet, "da eine größere Gefahr für Personen nicht ausgeschlossen werden kann". Ein Biogastank musste etwa von den Helfern mit Wasser gekühlt werden, da er zu bersten drohte. Danach gab es diesbezüglich Entwarnung, trotzdem wurde der Tank weiter intensiv beobachtet, teilte die Feuerwehr mit.

Weil Schaulustige zeitweise die Zufahrt zur Anlage blockiert hatten, appellierte die Polizei an die Verkehrsteilnehmer in dem Gebiet, die Bundesstraße B67 für Einsatzfahrzeuge freizuhalten.

Neun Feuerwehrleute bei Einsatz verletzt
Unter den Feuerwehrleuten hat der Brand inzwischen neun Verletzte gefordert. Ein junger Feuerwehrmann war laut ÖAMTC mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Spital gebracht worden, der 22-Jährige konnte aber noch am Samstag aus dem Krankenhaus entlassen werden. Die übrigen Verletzten erlitten wegen der extremen Hitze einen Kreislaufkollaps. "Es sind alle wohlauf", sagte Putz. Insgesamt waren 35 Rettungssanitäter und vier Ärzte für die medizinische Betreuung der Einsatzkräfte an Ort und Stelle. Das Rote Kreuz hatte noch am Samstag eine Feldküche eingerichtet, um die Feuerwehrleute zu versorgen.

Brandursache unklar, Landeskriminalamt ermittelt
Die Ursache für den Brand war zunächst unklar. Die Ermittlung hat das Landeskriminalamt übernommen. Eine Gruppe Brandermittler hatte sich am Sonntagvormittag am Gelände in Wildon eingefunden. "Wir konnten heute das erste Mal bis zum Brandherd vorgeführt werden", sagte Ermittler Wolfgang Maier. Die Untersuchung werde sich wohl über Tage ziehen. Zunächst gelte es - wie bei jeder Brandermittlung - die Ausbruchsstelle des Feuers zu lokalisieren.

Keine Umweltbeeinträchtigungen
Die steirische Landesalarm- und Warnzentrale teilte mit, dass keine akute Gefährdung vorliege, allerdings mit einer Geruchsbelästigung zu rechnen sei. Anrainer in dem betroffenen Gebiet wurden angehalten, die Fenster geschlossen zu halten. Befürchtungen, das Feuer könnte eine massive Umweltbeeinträchtigung nach sich ziehen, bewahrheiteten sich vorerst nicht. Der Chemiealarmdienst fand jedoch bisher keine Salzsäure in der Luft sondern lediglich organische Verbrennungsprodukte. Auch in der Mur wurden vorerst keine Belastungen durch den Brand bzw. den Löscheinsatz festgestellt.

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