Sa, 16. Dezember 2017

Gehörnte Männer

28.08.2015 13:30

Ashley Madison: Fast alle Frauen nur erfunden

Rund 31,3 Millionen Männer haben zuletzt auf Ashley Madison um die Herzen von 5,5 Millionen Frauen gebuhlt. Soweit die offiziellen Zahlen des Seitensprungportals. Eine Analyse der kürzlich veröffentlichten Datenpakete aber zeigt: Das Ungleichgewicht zwischen Männlein und Weiblein dürfte wesentlich größer gewesen sein. Frauen gab es offenbar kaum, so das IT-Blog "Gizmodo".

War alles nur Betrug? Diese Frage stellt sich Gizmodo-Autorin Annalee Newitz nach Auswertung der rund 40 Gigabyte Nutzerdaten, die die vermeintliche Hackergruppe The Impact Group vor wenigen Tagen veröffentlichte. Denn diese legen nahe, dass der tatsächliche Frauenanteil auf dem Portal verschwindend gering war und die meisten Profile demnach gefälscht waren.

Belege dafür fand Newitz gleich mehrfach. So wiesen von den Millionen E-Mail-Adressen rund 10.000 angeblich weibliche Accounts die Adresse "@ashleymadison.com" aus. Viele davon seien offenbar von einem Bot erstellt und schlichtweg durchnummeriert worden: 100@ashleymadison.com, 200@ashleymadison.com, 300@ashleymadison, und so weiter.

Ebenfalls auffällig: 80.805 Profile konnten über ihre IP-Adresse eindeutig Ashley Madison zugeordnet werden. Davon waren jedoch nur 12.096 männlichen oder unbestimmten Geschlechts, die restlichen 68.709 weiblich.

Frauen auffallend inaktiv
Den entscheidenden Beweis fand Newitz aber in den Aktivitätsprotokollen versteckt. Sie zeigten, dass 20,2 Millionen - also gut zwei Drittel aller - registrierten Männer ihre eingegangen Nachrichten gelesen hatten, jedoch nur 1492 Frauen. "Eine schwerwiegende Anomalie", so Newitz. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch beim Chat-Verhalten: Rund elf Millionen Männer nutzten demnach die Chat-Funktion des Seitensprungportals, aber nur 2.400 Frauen.

Die Anzahl der tatsächlich aktiven Nutzerinnen dürfte Newitz zufolge zuletzt bei gerade einmal 12.108 gelegen haben. Exakt so viele Frauen hätten nach Bekanntwerden des Datendiebstahls Ashley Madisons Angebot auf - kostenpflichtige - Löschung des eigenen Accounts angenommen, wie aus den Daten hervorgeht.

"Statische Profile voller toter Daten"
Insgesamt zeichneten diese Zahlen laut Newitz ein "düsteres Bild": Von den 5,5 Millionen offiziell vermerkten Nutzerinnen hätte nur ein verschwindend geringer Bruchteil jemals Anzeichen von Aktivität gezeigt. Sicherlich, räumt Newitz ein, dürften viele Profile von vielen Frauen (oder Männern, die vorgaben, eine Frau zu sein) aus reiner Neugier erstellt worden sein. "Aber sie waren immer noch überwiegend inaktiv. Sie wurden nicht von Frauen erstellt, die mit Männern anbandeln wollten. Sie waren statische Profile voller toter Daten, deren einziger Zweck es war, Männer glauben zu lassen, dass Millionen von Frauen auf Ashley Madison aktiv waren."

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