Di, 12. Dezember 2017

Personalrunde 35

28.08.2015 13:04

Die Zukunft der Zeitarbeit

Die Zeitarbeit hat zuletzt geboomt. Das heißt, dass Arbeitnehmer immer öfter über eine Personalleasing-Firma vermittelt werden. Diese kennt die Stärken der Arbeitnehmer und den Bedarf der Wirtschaft. In der August-Personalrunde unterhielten sich drei Experten über die Entwicklung der Branche: Erich Pichorner, Boss der Manpower Group, Klaus Lercher, Geschäftsführer bei Trenkwalder, und Michael Feier, Chef der APS Group.

"Die Zahl der Zeitarbeitnehmer hat sich in zwölf Jahren von rund 38.000 auf aktuell 72.000 fast verdoppelt", sagt Pichorner.Betriebe finden so rasch Personal für AufträgeArbeitnehmern wie auch Unternehmen bringen Personalleasing-Firmen viele Vorteile. Lercher: "Die Jungen sehen uns als Chance, z. B. zehn Betriebe kennenzulernen und so herauszufinden, was zu ihnen passt." Für Ältere wiederum sei die Zeitarbeit eine Plattform für den Wiedereinstieg: "Bei Trenkwalder habe ich aktuell 627 Über-50-Jährige beschäftigt. Für sie sind wir die Rückfahrkarte in den Jobmarkt."

Unternehmen, etwa aus der Industrie, die Zeitarbeiter im Einsatz haben, profitieren auch. "Wir bieten ihnen Personaldienstleistungen in großem Umfang", sagt Feier. "Wir helfen z. B. bei der Auswahl der richtigen Bewerber, organisieren Assessment Center etc." Enorm sinnvoll ist die Zeitarbeit für Betriebe freilich, um kurzfristige Auftragsspitzen abarbeiten zu können oder für neue Projekte rasch Personal zu finden.

Worum es nicht geht, ist, das Lohnniveau zu senken. Denn es ist gesetzlich geregelt, dass Zeitarbeiter immer mindestens gleich viel bezahlt bekommen müssen wie die Stammbelegschaft. Lercher: "Sie sind sogar besser gestellt. Denn wir haben einen Kollektivvertrag der Arbeitskräfteüberlasser." Das bedeutet: Sieht der KV einer Branche eine eher geringe Bezahlung vor, erhält der Arbeitnehmer die höhere Bezahlung aus dem "Zeitarbeits"-KV.

Als einzige Branche haben die Personalleasing-Firmen außerdem einen verpflichtenden Weiterbildungsfonds. "In dem liegen vier Millionen Euro, mit denen wir Fortbildungen finanzieren – vom Deutschkurs über den Kranschein bis zur Facharbeiter-Ausbildung", sagt Pichorner. Arbeitnehmer erhalten gutes Job-ManagementDie Experten betonen, dass ein Vorteil ihrer Firmen der ist, Beschäftigten über Betreuer ein professionelles Job-Management zu bieten: Ist ein Einsatz vorbei, kann oft gleich der nächste beginnen. Deshalb landen nur 14 Prozent der Zeitarbeiter nach ihrem Einsatz wieder in der Arbeitslosigkeit. Feier: "Und über 50 Prozent der Zeitarbeitnehmer gehen in eine Stammbeschäftigung!"

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