So, 17. Dezember 2017

Aus gegen Minsk

28.08.2015 11:30

Aberkanntes Tor bringt Bullen-Coach auf die Palme

Meister Red Bull Salzburg muss sich neu sammeln. Erst zum zweiten Mal in den vergangenen sieben Jahren haben die Salzburger eine europäische Gruppenphase verpasst. Das enttäuschende Aus im Elfmeterschießen gegen Dinamo Minsk machte Trainer Peter Zeidler unter anderem am aberkannten Soriano-Tor in der Verlängerung fest: "Ich bin jetzt 20 Jahre im Geschäft. Diese Entscheidung, die letztendlich über das Weiterkommen entschieden hat, ist tragisch und tut weh." Jetzt müssen die "Bullen" den Fokus auf die Meisterschaft zu legen. Auch dort ist Zeidlers Team nach schwachem Saisonstart bereits im Hintertreffen.

Acht Punkte fehlen Salzburg nach sechs Runden auf Tabellenführer Rapid. Zumindest haben die Bullen seit dem Aus in der Champions-League-Qualifikation Anfang August in Malmö auf nationaler Ebene kein Spiel mehr verloren. "Wir sind nach Malmö aufgestanden und werden auch jetzt wieder aufstehen", versicherte Zeidler. "Zuerst müssen wir aber diese bittere Niederlage verarbeiten."

Von ihrem Kurs mit einer sehr jungen Mannschaft wollen sich die Salzburger trotz der internationalen Enttäuschungen nicht abbringen lassen. "Der Weg der Weiterentwicklung wird weitergegangen", erklärte Zeidler. Weitere wichtige Erfahrungen aus dem Europacup bleiben seinen Youngsters vorerst allerdings verwehrt. Zuletzt war Red Bull 2012 nach der Blamage gegen Düdelingen im Herbst nicht mehr international vertreten.

Zeidler: "Wir müssen uns verbessern"
Im kommenden Jahr soll ein neuer Anlauf unternommen werden. "Wir müssen uns verbessern", sagte Zeidler. Damit werde bereits am Freitag im Training begonnen. "Die Mannschaft wird sich letztendlich so platzieren, dass wir auch nächstes Jahr wieder die Chance auf Europa haben", meinte der Cheftrainer. Welchen Platz sie in der Liga anvisieren, darauf wollten sich die Salzburger aber nicht festlegen.

Derzeit rangieren die Bullen auf dem sechsten Tabellenplatz. Am Sonntag geht es zum Vierten Sturm Graz. Zur Enttäuschung gegen Minsk kamen auch noch 120 enorm intensive Spielminuten hinzu. Einige Spieler, darunter der Ex-Grazer Christoph Leitgeb, trugen Blessuren davon. "Wir werden schauen, wer jetzt gegen Sturm Graz einsatzfähig ist", sagte Zeidler.

Sein Team will schnellstmöglich zurück in die Spur finden. Nach dem Aus im CL-Play-off in Malmö hatten die Salzburger im Vorjahr auch in der Liga einen Hänger. Im Europacup haben die Bullen mittlerweile bereits ihr viertes K.-o.-Duell in Folge verloren. Trotz klarer Überlegenheit verabsäumten sie es gegen Minsk, in der regulären Spielzeit und Verlängerung mehr als zwei Tore zu erzielen.

"120 Minuten den Arsch aufgerissen"
"Wir haben uns 120 Minuten den Arsch aufgerissen. Letztendlich haben wir es im Hinspiel verloren und nicht im Elfmeterschießen", meinte Routinier Andreas Ulmer. Dort vergaben die Youngsters Takumi Minamino (20), David Atanga (18) und Valon Berisha (22). Einzig die wiedergenesenen Führungskräfte Jonatan Soriano und Martin Hinteregger trafen.

Zeidler musste sich danach Fragen über die Auswahl seiner Schützen gefallen lassen. Natürlich habe man sich Gedanken über die fünf möglichen Verantwortungsträger gemacht. "Aber es war schwierig für mich, die Schützen zu finden, denn mit Leitgeb und Ulmer waren sichere Schützen nicht mehr am Platz", erklärte der Salzburg-Trainer.

Zeidler sauer wegen aberkanntem Tor
Das Aus machte Zeidler dagegen auch an einem fälschlicherweise wegen Abseits nicht anerkannten Treffer von Jonatan Soriano in der Verlängerung fest. "Ich bin jetzt 20 Jahre im Geschäft. Diese Entscheidung, die letztendlich über das Weiterkommen entschieden hat, ist tragisch und tut weh", betonte der 52-jährige Deutsche. "Meine Mannschaft ist über ihre Grenzen gegangen. Sie hätte sich den Aufstieg verdient."

Entsprechend groß war die Enttäuschung auch bei den Spielern. "Es wäre unser Anspruch gewesen, international dabei zu sein. Es hat leider nicht gereicht, und das tut sehr, sehr weh", sagte Ulmer. "Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass wir in Europa nicht mehr dabei sind", ergänzte Stefan Lainer, der im Sommer mit großen Hoffnungen von Ried nach Salzburg zurückgekehrt ist.

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