Di, 17. Oktober 2017

Held auf vier Pfoten

28.08.2015 07:15

Polizeihund erschnüffelte Kinderporno-USB-Stick

Auf den ersten Blick ist "Bear" ein normaler schwarzer Labrador. Doch der Schein trügt: Dieser Hund ist Mitglied einer Polizeihunde-Spezialeinheit, die sich auf das Erschnüffeln von Speichermedien spezialisiert hat. Sein neuester Verdienst: Er hat einen USB-Stick mit Kinderpornos entdeckt und so einen bekannten US-amerikanischen Werbestar als Pädophilen überführt.

Der Labrador hat in der Wohnung von Jared Fogle, einem Werbestar der Sandwich-Kette Subway, einen versteckten USB-Stick voller Kinderpornos entdeckt, berichtet das IT-Portal "Daily Dot". In weiterer Folge bekannte sich Fogle schuldig, Kinderpornos zu besitzen und für Sex mit Minderjährigen bezahlt zu haben.

Nur fünf US-Polizeihunde finden Speichermedien
In den USA wird der zweijährige Hund, der den entscheidenden Hinweis geliefert hat, seither als Held gefeiert. Und tatsächlich hat er ein äußerst rares Talent. Gerade einmal fünf Polizeihunde in den Vereinigten Staaten sind in der Lage, Speichermedien zu erschnüffeln – und Labrador Bear ist einer von ihnen.

Bear und seine Kollegen – etwa Thoreau, der vor rund einem Jahr ebenfalls in die Schlagzeilen kam, weil er Festplatten und USB-Sticks in den Wohnungen mutmaßlicher Pädophiler erschnüffelt – müssen sich einem harten Training stellen, bevor sie als vierbeinige Ermittler in der Computer Crimes Investigative Unit der Polizei arbeiten dürfen.

Ermittler richten Speicher-Spürhunde gezielt ab
Paul Vance von der Polizei des US-Bundesstaats Connecticut: "Sehr häufig wird das kriminelle Element versuchen, Festplatten oder Elektronik zu verstecken, die Informationen enthalten, die sachdienlich für die Ermittlungen wären. So wurde die Idee geboren, Tiere zu trainieren – und tatsächlich umgesetzt und ausgebaut."

Mehrere Monate dauert die Ausbildung zum Speicher-Spürhund, am Ende entdecken Tiere wie Bear selbst versteckte microSD-Karten von der Größe eines Fingernagels und führen ihre zweibeinigen Kollegen auf die richtige Fährte.

Das Training dürfte ähnlich ablaufen wie bei Drogen-Spürhunden: Der Trainer versteckt ein Objekt – in diesem Fall Speichermedien - und belohnt den Vierbeiner, wenn er es erschnüffelt hat. Wird dieses Training lang genug durchgezogen, sucht der Hund am Ende ganz gezielt nach Speichermedien – und hofft, bei Funden mit einem Leckerli belohnt zu werden.

Raubkopierer setzten Kopfgeld auf Hund aus
Seit fast einem Jahrzehnt sind Speichermedien-Spürhunde wie Bear bei der US-Polizei bereits im Einsatz. Und sie haben sich nicht nur im Kampf gegen Pädophile als nützlich erwiesen. In einem Fall vor neun Jahren entdeckten dem Bericht zufolge zwei Labrador-Kollegen von Bear auch eine riesige Ladung gefälschte DVDs, die malaysische Filmpiraten in die USA schmuggeln wollten.

Die Reaktion der Raubkopierer: Sie setzten ein Kopfgeld auf die Tiere aus, allerdings ohne Erfolg. Die Tiere verblieben im Dienst der Polizei und erschnüffelten weitere Raubkopien. Und das war nur der Anfang. Man darf davon ausgehen, dass die US-Ermittler angesichts zunehmender Cyberkriminalität die Speichermedien-Schnüffeleinheit rund um Bear weiter aufstocken werden.

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