Fr, 15. Dezember 2017

Pfarrer zu Asylthema

27.08.2015 09:24

„Wir gehören alle zusammen, wir sind Menschen!“

Angesichts des nicht enden wollenden Flüchtlingsstroms läuft die Suche nach Unterkunftsplätzen tagtäglich auf Hochtouren. Alleine heuer brauche es in Tirol noch an die 1000 zusätzliche. Einer, der seit Jahren Asylwerber beherbergt, ist der Inzinger Pfarrer Andreas Tausch. Für ihn ist dies eine Herzensangelegenheit.

Erst kürzlich hat sich etwa Österreichs Caritaschef Michael Landau von der katholischen Kirche mehr Tempo und Mut bei der Unterbringung von Flüchtlingen gewünscht. Wie es funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel Inzing. Pfarrer Andreas Tausch gewährt Asylwerbern im örtlichen Widum bereits seit zehn Jahren Unterschlupf. "Alles hat mit einer peruanischen Familie begonnen. Eltern und Kinder sind mit nichts dahergekommen. Mittlerweile haben sie in Inzing ein eigenes Haus gebaut", erklärt der Geistliche im Gespräch mit der "Krone" voller Stolz.

Aufbruchstimmung in Pfarren

Die Idee, Flüchtlinge zu beherbergen, war für ihn nicht neu. Als er zwischen 2001 und 2005 in der Pfarre Elbigenalp tätig war, hatte er schon einmal angeboten, Flüchtlinge aufzunehmen. "Dies wurde damals aber abgelehnt. Das Lechtal sei viel zu abgelegen, hieß es. Heute wäre man wohl froh drum", betont der Pfarrer weiter. Dennoch sieht Tausch eine Art Aufbruchstimmung: "Es geht was weiter. Es gibt in Tirol schon viele Pfarren, die Asylwerbern Quartier bieten. Es könnten aber mehr sein. Es gibt so viele leer stehende Gebäude."

Rund 50 Flüchtlinge, aber auch Obdachlose, hat Tausch in den vergangenen zehn Jahren bei sich aufgenommen. Derzeit wohnen bei ihm eine armenische Familie sowie eine tschetschenische Frau mit zwei Kindern – und teilen dabei das gleiche Schicksal. Sie alle warten bereits seit knapp drei Jahren (!) auf einen positiven Asylbescheid.

Und trotzdem sprühen sie nur so vor Lebensfreude – vor allem die Kleinen: "Ich bin gut in der Schule, habe viele Freunde und spiele sogar beim Fußballclub Inzing", strahlt etwa Yegja.

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