So, 17. Dezember 2017

"Gegner sind Feinde"

27.08.2015 06:31

Bolivien will Atomkraft vorantreiben

Bolivien will mit einer milliardenschweren Investition die Entwicklung der Atomkraft vorantreiben. Staatspräsident Evo Morales ratifizierte am Mittwoch einen Vertrag zur Errichtung eines 20 Hektar großen nuklearen Forschungs- und Entwicklungszentrums im Süden der Millionenstadt La Paz. Mit Blick auf die Gegner des Projektes und protestierende Einwohner des Viertels Mallasilla betonte der erste indigene Präsident des Andenstaates: "Diese Leute, die dagegen opponieren, sind Feinde Boliviens, Feinde der Entwicklung des Landes, sie sind Feinde der Befreiung."

Insgesamt sollen rund zwei Milliarden US-Dollar investiert werden, ab 2025 soll das Nuklearzentrum für Gesundheits-, Technologie- und Energiezwecke genutzt werden - ein Atomkraftwerk an dieser Stelle ist aber nicht geplant. Dieses würde laut Regierung an anderer Stelle errichtet, womöglich mit Hilfe Argentiniens und Frankreichs. Das Land betont, Kernenergie nur zu friedlichen Zwecken nutzen zu wollen.

Bisher betreiben in Südamerika nur Argentinien (drei) und Brasilien (zwei) Kernkraftwerke. In Mittelamerika hat Mexiko zwei Kernkraftwerke. Die meisten der weltweit 440 Atomkraftwerke werden mit derzeit 99 Reaktoren in den USA betrieben.

Bolivien will unabhängiger von Energieimporten werden
Der seit 2006 amtierende Sozialist Morales treibt mit Einnahmen aus dem verstaatlichen Erdgassektor Infrastrukturprojekte wie das größte urbane Seilbahnnetz mit bis zu 1400 Gondeln in La Paz voran, das von der österreichischen Firma Doppelmayr erbaut wurde. Außerdem soll künftig das für Batterien und Handys wichtige Lithium am Salzsee von Uyuni gefördert werden - und mit dem Nuklearprojekt will Morales das Land weiters von Energieimporten aus dem Ausland unabhängiger machen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden