Do, 14. Dezember 2017

Kyoto-Schlupflöcher

25.08.2015 18:49

Millionenbetrug mit Klimaschutz in Russland

Klimabetrug auf Russisch: Zuerst werden absichtlich massenhaft schädliche Treibhausgase erzeugt, um sie dann leicht wieder reduzieren zu können und mit dem Handel mit Emissions-Zertifikaten gemäß dem Kyoto-Protokoll Millionen zu scheffeln. Die schmutzigen Geschäfte dürften von den höchsten politischen Kreisen in Moskau gedeckt worden sein. Der Betrug ist nun durch einen Bericht für das Wissenschaftsmagazin "Nature Climate Change" aufgeflogen.

Demnach haben Firmen in Russland und der Ukraine jahrelang systematisch am vermeintlichen Klimaschutz verdient – ohne auch nur ein Gramm schädlicher Treibhausgase einzusparen. Und das ging so: Die Anlagen wurden bewusst ineffizient betrieben, riesige Mengen an giftigem Kohlendioxid wurden absichtlich erzeugt. Dann kamen die Vorgaben des Kyoto-Protokolls zum Tragen.

Dieses macht es möglich, die eingesparten Emissionen in Form von Zertifikaten zu verkaufen. Der Gedanke dahinter ist, dass jene, die viel für das Klima unternehmen, sich dafür Zertifikate gutschreiben lassen können und diese an Umweltverpester weltweit verkaufen können, die sich somit vom Klimaschutz freikaufen. Am Ende bleibt aber doch eine Reduktion der Treibhausgase übrig.

Schwachstellen des Kyoto-Protokolls legal ausgenützt
Nur eben nicht beim russischen Schwindel, dort wurde auf Kosten der Umwelt ein Millionen-Profit gemacht. Recherchen von WDR und "Süddeutscher Zeitung" zeigen, dass die höchsten politischen Kreise dem Betrug wohlwollend zuschauten. Denn schließlich würden, wie die deutschen Medien berichten, die meisten Emissionstransaktionen nicht von den Vereinten Nationen überwacht, sondern von den jeweiligen Staaten. Das ließe wiederum Tür und Tor offen für Tricksereien - wie auch die Fälle in Russland und der Ukraine bewiesen.

Umweltschützer hoffen nun, dass die aufgeflogene Trickserei Auswirkungen auf die bevorstehende Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris hat und dort endlich strengere Regeln beschlossen werden.

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