Mo, 21. Mai 2018

Fotos veröffentlicht

25.08.2015 13:34

So sprengte der IS 2000 Jahre alten Tempel

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat nach der Sprengung der Ruinen eines antiken Tempels im syrischen Palmyra nachgelegt und im Internet Bilder der Aktion veröffentlicht. Die Sprengung des 2000 Jahre alten Tempels hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Weltkulturerbe-Organisation der Vereinten Nationen, UNESCO, stufte die Zerstörung der Tempelanlage als "Kriegsverbrechen" ein und beklagte den "riesigen Verlust".

Über den genauen Zerstörungszeitpunkt des Tempels herrscht Unklarheit. Die nun von den Dschihadisten veröffentlichten Bilder der Aktion bestätigen allerdings, dass das 2000 Jahre alte Relikt mit einer großen Ladung Sprengstoff in die Luft gejagt und dabei weitgehend zerstört wurde.

Auf den Aufnahmen des IS, die das auf die Auswertung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE in sozialen Netzwerken entdeckte, sind Männer zu sehen, die den Sprengstoff an mehreren Stellen auf dem historischen Areal platzieren. Weitere Fotos, allesamt wohl Ausschnitte aus einem Video, zeigen dann eine gewaltige Detonation und einen Trümmerhaufen, wo vorher der antike Tempel stand.

UNESCO-Chefin: "Ein neues Kriegsverbrechen"
"Diese Zerstörung ist ein neues Kriegsverbrechen sowie ein riesiger Verlust für das syrische Volk und die Menschheit", hatte UNESCO-Chefin Irina Bokova die Sprengung am Montag verurteilt. "Die Täter müssen zur Rechenschaft gezogen werden", forderte sie. Die systematische Zerstörung solcher Symbole der Vielseitigkeit der syrischen Kultur enthülle das wahre Ansinnen der Angriffe, "nämlich das syrische Volk seines Wissens, seiner Identität und seiner Geschichte zu berauben". Sie rief die Weltgemeinschaft auf, sich den Extremisten entgegenzustellen.

Das zum UNESCO-Welterbe zählende Palmyra liegt 210 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Damaskus im Herzen der syrischen Wüste und ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten des Landes. Vor Beginn des Konflikts in Syrien 2011 besuchten jährlich mehr als 150.000 Touristen die Ruinen und bewunderten die lange Säulenstraße, die Portale, die Tempel und die weitläufige Nekropole mit ihren mehr als 500 Grabmälern.

Schon Kämpfe vor Einnahme hinterließen Spuren
Bereits vor der Einnahme durch die IS-Fanatiker hatten Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen ihre Spuren hinterlassen - Säulen und Statuen stürzten durch die Gefechte um. Die Mehrheit der bis zu 100.000 Einwohner zählenden Neustadt bei Palmyra ist seit dem Fernbleiben der Touristen ohne Arbeit. In Palmyra befand sich auch ein berüchtigtes Gefängnis, in dem Syriens Machthaber Bashar al-Assad politische Gegner inhaftierte. Nach der Einnahme der Stadt sprengten die radikalislamistischen Sunniten das Gefängnis.

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