Di, 12. Dezember 2017

Anschlag in Nigeria

25.08.2015 13:03

Attentäterin (11) reißt 15 Menschen mit in den Tod

Eine junges Mädchen hat sich am Dienstag vor dem Busbahnhof der Stadt Damaturu im Nordosten von Nigeria in die Luft gesprengt und bis zu 15 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Selbstmordattentäterin sei etwa elf Jahre alt gewesen, sagte ein Einwohner von Damaturu, Haruna Ibrahim. Eine offizielle Bestätigung für die Zahl der Todesopfer gab es vorerst nicht, die Nachrichtenagentur AFP berichtete von insgesamt sechs, die dpa von 16 Toten.

Das Mädchen habe den Busbahnhof am frühen Morgen betreten wollen, sagte der Zeuge Sani Dankamasho der Nachrichtenagentur AFP. Ihr sei aber der Zutritt verwehrt worden, weil sie sich geweigert habe, sich von den Sicherheitskräften am Eingang durchsuchen zu lassen. So habe das Mädchen das Gelände daraufhin verlassen.

Als dann ein Taxi vom Gelände des Busbahnhofs gefahren sei, habe das Mädchen neben dem Auto seinen Sprengsatz gezündet. Neben der Attentäterin selbst seien sechs Menschen in dem Taxi getötet worden. Mindestens neun weitere Personen, die sich in unmittelbarer Nähe befanden, kamen bei dem Anschlag offenbar ebenfalls ums Leben. Allerdings gab es dafür bislang noch keine Bestätigung vonseiten der nigerianischen Behörden. Einem Krankenhausmitarbeiter zufolge wurden zudem mindestens 30 Menschen verletzt.

Anschlag trägt Handschrift der Boko Haram
Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu der Tat im Teilstaat Yobe. Das Attentat trug allerdings die Handschrift der islamistischen Terrormiliz Boko Haram. Die sunnitischen Fundamentalisten terrorisieren den Nordosten Nigerias und haben bereits in der Vergangenheit junge Mädchen als Selbstmordattentäterinnen eingesetzt.

Boko Haram will in der Region einen Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts errichten. Seit 2009 sind bei Angriffen und Anschlägen der Gruppe Schätzungen zufolge 17.000 Menschen ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr weitete Boko Haram die Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. Diese Länder schlossen sich daraufhin dem Kampf gegen Boko Haram an.

Blutiges Selbstmordattentat nach Ban-Besuch
Der jünste blutige Anschlag ereignete sich unmittelbar nach dem Besuch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der am Montag den friedlichen demokratischen Machtwechsel in Nigeria gelobt und dem Land im Kampf gegen Boko Haram den Rücken gestärkt hatte. Unter seinem neuen Präsidenten Muhammadu Buhari habe Nigeria "größere Stabilität und Frieden" erreicht, sagte Ban in der Hauptstadt Abuja. Im Mai hatte Buhari Goodluck Jonathan an der Staatsspitze abgelöst.

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