Do, 14. Dezember 2017

Krise beigelegt

24.08.2015 21:13

Nord- und Südkorea vereinbarten Entspannung

In zähen Verhandlungen haben Spitzenvertreter Nord- und Südkoreas eine drohende Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verhindert. Nordkorea werde den "Quasi-Kriegszustand" aufheben und Südkorea seine Lautsprecher-Propaganda stoppen, sagte Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Kim Kwan Jin in der Nacht auf Dienstag bei der Verlesung eines Sechs-Punkte-Abkommens in Seoul.

Nordkorea habe sich für eine Landminenexplosion entschuldigt, bei der zwei südkoreanische Soldaten verletzt wurden. Die Entschuldigung war eine Kernforderung Seouls bei den dreitägigen Verhandlungen im Grenzort Panmunjom.

In dem Abkommen hieß es, dass Nordkorea sein Bedauern wegen der Verletzung der beiden Soldaten zum Ausdruck bringe. Das kommunistische Regime in Pjöngjang hatte zunächst den Vorwurf bestritten, dass nordkoreanische Soldaten auf der südlichen Seite der entmilitarisierten Zone Minen vergraben hätten. Nordkorea habe außerdem versprochen, dass sich solche Provokationen nicht wiederholten, sagte Kim.

Spannungen drastisch verschärft
Der Zwischenfall stand am Anfang von Ereignissen, durch die sich die Spannungen zwischen beiden Staaten binnen weniger Tage drastisch verschärft hatten. Als Vergeltung für den Minenvorfall hatte Südkoreas Militär nach elfjähriger Unterbrechung an der Grenze wieder die antikommunistischen Propaganda-Sendungen aufgenommen, durch die sich Nordkorea massiv gestört fühlte.

Am vergangenen Donnerstag war es zwischen Artillerieeinheiten beider Länder zu einem Feuerwechsel an der Grenze gekommen. Auch dafür gab Seoul dem Nachbarland die Schuld. Nordkorea warf dem Süden seinerseits eine Provokation vor.

Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft
Die Gespräche in Panmunjom begannen kurz nach Ablauf eines Ultimatums von Nordkorea. Pjöngjang hatte Seoul aufgefordert, die Beschallungsaktion binnen 48 Stunden zu beenden. Es drohte dabei mit Militärschlägen. Am Freitag setzte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft.

Die Spannungen waren so groß, dass Tausende Zivilisten im Grenzgebiet einen Großteil der vergangenen drei Tage in unterirdischen Schutzräumen verbrachten - aus Sorge, der Norden könne seine Angriffsdrohung wahr machen. Nordkorea schlug aber schließlich auch die Gespräche vor. Nun einigten sich beide Seiten darauf, wieder Begegnungen zwischen getrennten koreanischen Familien zuzulassen. Anfang September sollen dazu Arbeitsgespräche stattfinden. Auch versprachen beide Seiten, bald wieder bilaterale Regierungsgespräche in Seoul oder Pjöngjang abzuhalten.

Der Konflikt zwischen beiden Staaten schwelt seit Jahrzehnten. Seit dem Ende des Koreakriegs (1950-53) kam es immer wieder zu militärischen Zwischenfällen an der Landes- und Seegrenze.

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