Mo, 23. Oktober 2017

Wien-Wahl 2015

24.08.2015 12:05

FPÖ ruft per Plakat zur „Oktober-Revolution“ auf

Die Wiener Freiheitlichen rufen für die Wien-Wahl zur "Oktober-Revolution" auf: Auf der ersten Plakatwelle der FPÖ, die am Montag präsentiert wurde, positioniert sich Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache zudem als "süßer Rächer": Unter dem Slogan ist zu lesen: "Wien tauscht Häupl gegen HC Strache und nimmt für Rot-Grün süße Rache".

Gemeint sei eine "demokratische Revolution in der Wahlzelle" am 11. Oktober, erklärte Strache den etwas irritierenden Slogan seiner Partei – denn als "Oktoberrevolution" wird eigentlich die kommunistische Machtübernahme der Bolschewiki in Russland im Jahr 1917 bezeichnet. Diese richte sich vor allem gegen den Wiener Bürgermeister Michael Häupl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Man müsse Wien "aus den Fängen einer abgehobenen, selbstgerechten Polit-Aristokratie befreien".

Er wolle der erste freiheitliche Bürgermeister werden, umriss Strache erneut sein Wahlziel. Wiens Probleme zu lösen sei auch die beste Visitenkarte für die nächste Nationalratswahl, um dann auch dort zur stärksten Kraft zu werden. Auf die Frage, ob er zu einem späteren Zeitpunkt den Bürgermeister- für den Kanzlersessel räumen würde, blieb Strache vage: "Dort wo mich der Wähler hinstellt, werde ich sein." Momentan habe aber der Wiener Bürgermeisterposten "oberste Priorität".

Kickl: "Frontalangriff" auf Häupl
Die erste 1.300 Flächen umfassende Plakatwelle, mit der man in einen "kompakten" Wahlkampf einsteige, sei ein "Frontalangriff" auf Häupl und eine "inhaltsleere, abgehalfterte SPÖ", sagte Wahlkampfleiter Herbert Kickl. Nachdem die rot-grüne Regierung das "Epizentrum der Bürgerpflanzerei" sei, sei süße Rache "so etwas wie eine patriotische Pflicht", so Kickl.

Zwei weitere Plakatwellen - Mitte September und im Oktober - werden folgen, in denen auch Themen wie Asyl, Arbeitslosigkeit oder Sicherheitspolitik angesprochen werden sollen. "Wir konzentrieren uns auf Inhalte, das Dirty Campaigning überlassen wir unseren Mitbewerbern", so Strache.

KPÖ: Wann stellt Strache Mitgliedsantrag?
Die Wortwahl der FPÖ für ihre Plakatkampagne sorgt bei den politischen Gegenspielern für Kopfschütteln. So fragte etwa Didi Zach, Gemeinderatskandidat von Wien Anders und Sprecher der KP Wien, wann der Mitgliedsantrag von Strache bei der KPÖ einlangen würde. "Wirklich erwarten tu' ich den Beitritt von Herrn Strache nicht. Er wird wohl wissen, dass Leute seines politischen Schlages in der KP nicht willkommen sind", sagte Zach. Mit der "Oktober-Revolution" könnte Strache allerdings recht haben, heißt es in einer Aussendung: "Aber nicht in dem von ihm gewünschten Sinne. Die große Mehrheit der Wienerinnen und Wiener wird gegen Hetze und Fremdenhass votieren."

Der Wiener ÖVP-Landesgeschäftsführer Alfred Hoch ortete "fokussierte Unintelligenz hoch drei" angesichts der "Anleihen bei kommunistischen Revolutionen". "Die Russland-Connection der FPÖ ist ja bekannt, eine Hinwendung zu bolschewistischem Gedankengut wäre aber neu. Die Oktober-Revolution hatte das Ziel der 'Diktatur des Proletariats'", so Hoch in einer Mitteilung: "Ist es das, was die FPÖ möchte? Strache wandelt auf den Spuren von Lenin."

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