Sa, 16. Dezember 2017

Nach Grenzöffnung

24.08.2015 12:41

Flüchtlinge: Zustrom auf dem Balkan hält an

Der Flüchtlingsandrang auf der sogenannten Balkanroute nimmt nach der Wiedereröffnung der griechisch-mazedonischen Grenze dramatisch zu. Allein in der Nacht auf Sonntag seien mehr als 7000 Migranten von Mazedonien nach Serbien gelangt, teilte das UNO-Flüchtlingskommissariat UNHCR mit. Am Montag trafen erneut Tausende Menschen im Grenzort Miratovac ein.

Nach ihrer Ankunft werden die entkräfteten Flüchtlinge versorgt, bevor sie zur Registrierung in die nahe gelegene Stadt Presevo gebracht werden. Die meisten Flüchtlinge wollen anschließend weiter über Ungarn nach Mittel- und Nordeuropa.

Nach Aufhebung der Sperre durch die mazedonische Regierung wurde in Skopje versichert, dass die Grenzen auch weiterhin für alle geöffnet bleiben. Das UNHCR forderte die Behörden des Landes auf, mehr Personal an den Grenzübergängen einzusetzen, um Empfang und Weiterreise der Flüchtlinge besser organisieren zu können. Die UNO-Organisation erklärte sich zugleich zur Unterstützung bereit.

Rotes Kreuz: "Dramatischer Anstieg in kommenden Tagen"
Die Hilfsorganisationen Rotes Kreuz und Roter Halbmond riefen gemeinsam zu verstärkter internationaler Zusammenarbeit auf, um den zahlreichen Flüchtlingen zu helfen. Sie sagten für die kommenden Tage einen "dramatischen Anstieg" von Flüchtlingen auf den griechischen Inseln voraus.

Die serbischen Behörden hatten am Wochenende den Bau eines Aufnahmezentrums für bis zu 3000 Personen in Belgrad angekündigt. Ein weiteres Aufnahmelager wurde in Miratovac unweit der südlichen Grenzstadt Presevo errichtet. Seit Jahresbeginn wurden in Serbien laut Angaben des serbischen Flüchtlingskommissars Vladimir Cucic mehr als 90.000 Flüchtlinge registriert. Die derzeitige Flüchtlingswelle in Serbien habe um den 10. Juni begonnen, als zuerst täglich zwischen 500 und 600 Personen eingereist waren, erklärte Cucic am Montag gegenüber dem TV-Sender "Pink".

Kroatien will im Bedarfsfall helfen
Der kroatische Regierungschef Zoran Milanovic rechnet nicht damit, dass die Flüchtlingskrise auf sein Land überschwappt. "Kroatien ist nicht im Schengenraum", sagte Milanovic am Sonntag gegenüber kroatischen Medien. Laut dem Ministerpräsidenten ist es daher praktisch unmöglich, dass es in Kroatien zu ähnlichen Situationen wie in Mazedonien kommt. Wenn doch, sei Kroatien aber bereit zu helfen, sagte der Premier.

"Sollte es eine humanitäre Krise größeren Ausmaßes geben, dann werden wir helfen", sagte Milanovic. Als eine der Möglichkeiten nannte er die Aufnahme einer größeren Zahl von Flüchtlingen, wie in der Vereinbarung über die Flüchtlingsverteilung auf die EU-Länder vorgesehen. Demnach wird Kroatien in den nächsten zwei Jahren 550 Flüchtlinge aufnehmen.

Premier erinnert an Hilfe während des Balkankriegs
Der kroatische Premier erinnerte daran, dass auch Kroatien während des Krieges 1991 bis 1995 fremde Hilfe bekam. Deshalb erwarte er auch, dass die kroatischen Bürger solidarisch gegenüber den Flüchtlingen sein werden. "Als es uns am schlechtesten ging, haben uns die Italiener und Deutschen ihre Grenzen nicht zugemacht", so Milanovic.

Angesichts der Flüchtlingskrise reiste Außenminister Sebastian Kurz am Montag nach Mazedonien, um sich ein Bild von den Zuständen vor Ort zu machen.

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