Mo, 18. Dezember 2017

Wirtschaft

23.08.2015 18:03

Außerferner nehmen Allgäu ins Visier

Größere Handels- oder Modeketten, wie beispielsweise Obi oder H&M, sucht man im Außerfern seit jeher vergeblich. Mit ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Bezirk Reutte bzw. dessen Einzugsgebiet schlichtweg viel zu klein ist. Trotzdem kommt keiner zu kurz – gepunktet wird vor allem mit Spezialisierungen und der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarn.

Richtung Inntal die lästige Hürde Fernpass, im Norden die direkte Anbindung an die deutsche Autobahn A7 – kein Wunder also, dass es viele Außerferner zum Einkaufen ins Allgäu, und umgekehrt, viele Allgäuer in den Bezirk Reutte zieht. Für die Wirtschaft ist diese Situation mit Herausforderungen, aber zugleich auch Chancen verbunden. Familiengeführte Kleinbetriebe im Grenzraum versuchen seit Jahren, dem Druck der Konkurrenz standzuhalten.

Für große Ketten zu klein, Tanktouristen bleiben aus

Die Region ist für große Ketten viel zu klein. Für die Eröffnung von Filial– bzw. Franchise-Betrieben braucht es zumeist ein Einzugsgebiet von mindestens 50.000 Einwohnern – der ganze Bezirk Reutte zählt aber gerade einmal 32.000. Verschärft wird die wirtschaftliche Lage für die zahlreichen kleinen Geschäfte durch den boomenden Internet-Handel.

Eine wesentliche Rolle beim Einkaufsverhalten in dieser Region spielen auch die Preise an den Zapfsäulen. Nachdem sich die Treibstoffpreise in den vergangenen Monaten zwischen Deutschland und Österreich mehr oder weniger angeglichen haben, ist auch der Strom der Tanktouristen abgerissen. "Der Handel im Außerfern hat in den vergangenen Jahren von der Preisdifferenz beim Sprit gegenüber dem benachbarten Allgäu stark profitiert. Unsere Grenzregion ist sehr sensibel. Bereits wenige Cent Differenz beim Tanken beeinflussen das Einkaufsverhalten enorm", weiß der Reuttener WK-Bezirksstellenobmann Christian Strigl.

Mit Zusammenarbeit und Spezialisierung punkten

Wegen der gegebenen Situation wollen die vielen Außerferner Handels-, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe vor allem mit Spezialisierung, Service und Qualität punkten – auch mit Blick ins Allgäu. "Ein Markt von über 600.000 Menschen liegt vor unserer Haustüre, und dieser gehört bearbeitet", betont Strigl weiter.

Dabei wird auch auf die Zusammenarbeit mit den deutschen Nachbarn gesetzt. Und das macht sich bezahlt. "Als sichtbares Zeichen für erfolgreiches Miteinander organisieren wir jedes Jahr eine grenzüberschreitende Wirtschaftsschau. Heuer war die Messe 'WIR in Füssen' dran. Im nächsten Jahr steht dann wieder die 'Außerferner Wirtschaftsmeile' auf dem Programm", ergänzt WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler.

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