Mo, 11. Dezember 2017

Thalys-Attentäter

24.08.2015 09:19

Khazzani: "Habe die Waffen in einem Park gefunden"

Der Attentäter von Thalys, der 25-jährige Marokkaner Ayoub El Khazzani, bestreitet, dass seine Tat einen terroristischen Hintergrund hatte. Die Waffen habe er zufällig in einem Park gefunden, im Zug habe er lediglich einen Überfall verüben wollen. Auch Khazzanis Vater nimmt den 25-Jährigen in Schutz und hält ein politisches Motiv für unwahrscheinlich.

Sein Sohn habe "nie über Politik gesprochen, nur über Fußball und Fischen", sagte der Marrokaner laut "Telegraph" unter Tränen. Die Familie El Khazzani lebt demnach seit 2007 in Spanien, der im andalusischen Algeciras ansässige Vater Mohamed arbeite in der Recyclingindustrie. Der Vater beklagte laut "Telegraph", dass ein französisches Telekommunikationsunternehmen seinen Sohn mit einem Arbeitsvertrag über ein halbes Jahr nach Frankreich gelockt und ihn nach einem Monat einfach rausgeschmissen habe. "Was sollte er tun? Was sollte er essen?", sagte Mohamed El Khazzani der britischen Zeitung.

Mit einer Kalaschnikow, einer Handfeuerwaffe mit zehn Magazinen und einem Teppichmesser hatte der 25-jährige El Khazzani am Freitagnachmittag in Brüssel den Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der zwischen Amsterdam und Paris verkehrt, bestiegen. Kurz nach der französischen Grenze setzte er zu seinem Vorhaben an. Dass die AK-47 eine Ladehemmung hatte und sich sofort mehrere Passagiere, allen voran zwei zufällig anwesende US-Soldaten, auf ihn stürzten, dürfte ein Blutbad ungeahnten Ausmaßes verhindert haben. Trotzdem will Khazzani nichts von einem Terrorakt wissen.

"Ich wollte nur Passagiere überfallen"
Im Verhör bestreitet der derzeit in Frankreich in Haft sitzende Marokkaner bisher jegliche Terrorabsicht – mehr noch: Er sagt, er sei "erstaunt" über den Vorwurf des Terrorismus, so die Anwältin Sophie David, die ihn nach eigenen Angaben zu Beginn seines Gewahrsams betreute. Seine Erklärung für den Vorfall: Er habe die Waffen in einem Park in Brüssel gefunden, sagte der Verdächtige den Ermittlern. Mit ihnen habe er Passagiere im Thalys überfallen, anschließend ein Fenster einschießen und so flüchten wollen. Er bestreitet demnach auch, geschossen zu haben - die Kalaschnikow habe nicht funktioniert.

Auch eine Reise in die Türkei und nach Syrien bestreitet er, wie Anwältin David der Zeitung "Le Parisien" sagte. Khazzani war bereits vor Jahren von den spanischen Behörden als "potenziell gefährlich" eingestuft worden. Trotzdem dürfte er sich im Mai zwei Wochen lang in einem Ausbildungslager der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien befunden haben. Zumindest soll er laut der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" am 10. Mai von Berlin-Tegel über Istanbul nach Syrien gereist sein. Von dort soll er dann am 26. Mai wieder nach Europa zurückgekehrt sein und sich bis zur Bluttat im Thalys am Freitagabend in Belgien aufgehalten haben.

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