Sa, 18. November 2017

Lehen zieht um

22.08.2015 22:11

Ein Stadtteil als „Baustelle“

Imposant ist die Baugrube an der Rudolf-Biebl-Straße: "Wir haben hier einen guten Untergrund", freut sich Walter Loach von der Gemeinnützigen Gswb. Drei Strubergassen-Gebäude entstehen hier neu. Insgesamt verschwinden in Lehen bald 1000 Autos unterirdisch.

Rückblick in der Strubergasse, wo Bewohner um ihre Häuser kämpften: Die "Krone" berichtete 2011 ausführlich. Nach einer Abstimmung sicherte die Stadt zu, dass zwölf Häuser stehen bleiben. Der Rest - darunter auch die alten Wohnungen an der Ignaz-Harrer-Straße - muss weichen. "Die ersten 112 Wohnungen übergeben wir heuer noch", informiert Gswb-Direktor Bernhard Kopf, dass der Zeitplan für mehrere Bauphasen hält. Die Sanierung von 600 kleineren und damit billigeren Wohn-Einheiten ist schon abgeschlossen. Kopf betont: "Damit können wir auch der Bevölkerung, die sehr genau aufs Geld schauen muss, etwas anbieten."

"Jetzt sind wir zufrieden"
Und wie leben die Lehener mit diesem Kompromiss? Die alten Blocks mit "neuer Hülle" machen sich optisch gut: Überall Balkone, liebevoll gestaltet, als Weinlaube oder mit Hängematte. Das Ehepaar Krammer wohnte 33 Jahre lang ein paar Häuser weiter und musste gehen: "Es war schwer, aber jetzt sind wir zufrieden." Bewohner Johann Wieser erkämpfte sich für viele Nachbarn Gehör in der Politik. Auch sein Haus wurde abgerissen. Er bekam eine Ersatzwohnung in der Glockengießerstraße in Maxglan und will zurückkehren: "Bisher habe ich nichts gehört. Das Wohnungsamt weiß auch nichts davon, obwohl es im Vertrag steht", ist er verärgert. Ein weiterer Nachbar kämpft vor Gericht um seine Rechte, weil die Flächen im Freien umfunktioniert und Parkplätze jetzt vermietet werden sollen.

Iris Brüggler hat alles noch vor sich: Ihr Haus soll heuer noch abgerissen werden. Für ein Ersatzquartier bekam sie noch kein Okay. Zufrieden ist Heidi Ehrengruber mit ihrem neuen Zuhause am Stadtwerkeareal. Die Kritik, dass nur Beton die zweite, große Wohnbau-Siedlung in Lehen beherrsche, teilt sie nicht: "Ich fühle mich wohl hier." Ein ganzer Stadtteil ist kaum wieder zu erkennen. Mit der Rauchmühle und dem Stadtpark entsteht schon bald auf weiteren Flächen neues Wohnen.

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