Mi, 13. Dezember 2017

Ultimatum abgelaufen

22.08.2015 14:12

Nord- und Südkorea bemühen sich um Deeskalation

Nach den zunehmenden militärischen Spannungen zwischen Nord- und Südkorea haben ranghohe Vertreter aus beiden Ländern einen Versuch zur Beruhigung der Lage unternommen. Im Grenzort Panmunjom begannen am Samstag kurz nach Ablauf eines Ultimatums Nordkoreas zur Einstellung von Propaganda-Beschallung aus dem Süden Gespräche zwischen Gesandten aus dem Norden und dem Süden.

Experten warnten jedoch vor zu hohen Erwartungen hinsichtlich eines tragfähigen Kompromisses. Eine Sprecherin des Präsidentenbüros in Seoul sagte, an dem Treffen in Panmunjom würden vier hochrangige Beamte teilnehmen. Seoul wurde demnach von dem für Wiedervereinigung zuständigen Minister Hong Young Pyo und dem Leiter des Büros für Nationale Sicherheit, Kim Kwan Jin, vertreten. Pjöngjang entsandte demnach den ranghöchsten politischen Militärvertreter Hwang Pyong So, der als Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gilt. Daneben nahm der Generalsekretär der Arbeiterpartei, Kim Yong Gon, an den Gesprächen teil, der für die Beziehungen zum Süden zuständig ist.

Nach Angaben des Präsidentenbüros in Seoul beantragte Pjöngjang die Gespräche in Panmunjom, obwohl der Norden seine Kriegsrhetorik und militärische Gefechtsbereitschaft in den vergangenen Tagen verschärft hatte. Kim Kwan Jin und Hwang Pyong So waren zuletzt im Oktober zu Gesprächen in Südkorea zusammengekommen. Zwar endeten die Verhandlungen mit der Einigung, den Dialog auf ranghoher Ebene fortzusetzen, was allerdings bisher nicht geschah.

Nordkoreas Truppen in voller Gefechtsbereitschaft
Die Spannungen zwischen beiden Ländern hatten sich zuletzt verschärft. Nach einem Schusswechsel an der Grenze hatte Kim Jong Un am Freitag die Grenztruppen des kommunistischen Landes in Gefechtsbereitschaft versetzt. Auslöser war die Explosion einer Landmine im Grenzgebiet, für die Seoul den Norden verantwortlich macht. Pjöngjang drohte zudem mit einer militärischen Aktion, wenn der Süden nicht bis Samstag seine Propaganda mit Lautsprechern an der Grenze beende.

Tausende Südkoreaner in unterirdischen Schutzräumen
Seoul weigerte sich bisher, die Propaganda-Beschallung an der Grenze einzustellen, solange sich Pjöngjang nicht für die Minenexplosion entschuldige. Dabei waren zwei südkoreanische Soldaten schwer verletzt worden. Nordkorea weist jegliche Verwicklung in die Explosion zurück und wirft dem Süden vor, angebliche Beweise zu fabrizieren. Die südkoreanischen Truppen wurden nach dem Ultimatum aus Pjöngjang in Alarmbereitschaft versetzt. Gemeinsam mit der US-Luftwaffe flogen südkoreanische Kampfjets am Samstag zudem Übungsflüge. Tausende an der Grenze lebende Südkoreaner wurden aus Vorsicht in unterirdischen Schutzräumen in Sicherheit gebracht.

Die USA hatten Südkorea am Freitag ihre Unterstützung zugesagt. US-Generalstabschef Martin Dempsey sicherte einem ranghohen südkoreanischen Verteidigungsbeamten zu, die USA stünden weiterhin an der Seite Südkoreas, wie das Pentagon mitteilte. In Südkorea sind etwa 30.000 US-Soldaten dauerhaft stationiert.

Schwieriger Dialog in äußerst angespannter Lage
Zwar könnten die Gespräche in Panmunjom dazu beitragen, die angespannte Lage zu entspannen, Experten gehen jedoch von einem schwierigen Dialog aus. "Es ist nicht einfach, einen Ausweg zu finden, bei dem keine Seite ihr Gesicht verliert", sagte der Korea-Experte Dan Pinkston von der International Crisis Group in Seoul. Interessant sei, ob Pjöngjang etwas anzubieten habe, was Seoul dazu bringe, die Lautsprecher an der Grenze auszuschalten.

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