Do, 14. Dezember 2017

Bauern stöhnen

21.08.2015 15:55

Schnitzel billiger als Hundefutter

Der Preisverfall bei Schweinefleisch freut die Konsumenten, trifft aber die rund 2000 steirischen Schweinebauern am Lebensnerv. „1,31 Euro pro Kilo sind der miserabelste Preis seit 17 Jahren, das bedeutet für viele das Ende“, sind die Experten der steirischen Landwirtschaftskammer in Aufruhr.

Sommerzeit bedeutet für die Schweinebauern in der Regel Hochzeit: "Steigt die Nachfrage, passt der Preis", sagt Styriabrid-Obmann Kurt Tauschmann. Und das ist in der Grillsaison, zu Weihnachten und zu Ostern normalerweise der Fall, da greift der Kunde besonders gern zu Schnitzel und Co.

Normalerweise. "Wir kämpfen mit dem Russland-Embargo, auch die Exporte nach Asien stocken. Darüber hinaus hat Deutschland die Schweinehaltung auf 120 Prozent erhöht, das Überangebot drückt auch auf den österreichischen Markt", so der Experte.

Für die etwa 2000 steirischen Schweinebauern, die im Vergleich zu ihren ausländischen Konkurrenten kleinstrukturiert arbeiten müssen, ist die aktuelle Lage sehr angespannt. Viele Bauernhöfe sind in Existenznot: "In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Höfe bereits halbiert. Das selbe wird sich in den nächsten zehn Jahren wiederholen. Es darf einfach nicht sein, dass ein Kilo Schnitzel weniger kostet als Hunde- oder Katzenfutter", sagt der Styriabrid-Obmann.

Einmal mehr bitten die weiß-grünen Produzenten die Kunden um Solidarität; Tauschmann: "Nur wer bewusst einkauft, kann die Entwicklung beeinflussen!"


Auch Milchpreis fällt weiter
Ordentlich Kopfzerbrechen bereitet der heimischen Landwirtschaft auch die Entwicklung des Milchpreises: "In Norddeutschland liegt man schon bei 24 Cent pro Kilo. Ich befürchte, bis Ende des Jahres könnte der Preis auch bei uns auf 26 Cent fallen", sagt Milchbauer Herbert Kammerhofer aus Aflenz. Knapp über oder unter 30 Cent bekommen die Steirer-Bauern aktuell für ihre Ware – je nach Molkerei.

"Da muss man sich sogar als leidenschaftlicher Milchbauer fragen, wie lange man das noch mitmacht", sagt Kammerhofer. Oder mitkann. Denn ein Minusgeschäft machen die Milchbauern schon seit Monaten.

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