Fr, 15. Dezember 2017

US-Studie

20.08.2015 17:20

Seit den 90ern kaum Fortschritt bei Spritverbrauch

Seit den frühen 90ern hat sich die Kraftstoffeffizienz der Autos nicht so drastisch verbessert, wie Werbeversprechen nahelegen. Diesen Schluss legt eine Studie der Universität Michigan nahe. Die Wissenschaftler des Instituts für Verkehrsforschung haben berechnet, dass der Verbrauch aller Autos auf amerikanischen Straßen von 1991 bis 2013 im Durchschnitt pro 100 Kilometer nur um rund einen Liter gesunken ist.

Die Untersuchung legt nach eigenen Angaben den tatsächlichen Spritverbrauch zugrunde, dabei nutzt sie Informationen von gefahrenen Kilometern und dabei verbrauchtem Kraftstoff, um den Spritverbrauch der amerikanischen Fahrzeugflotte zu berechnen. Demnach hat sich der tatsächliche Verbrauch von 1973 bis 1991 um 37 Prozent verbessert, von 17,5 Liter/100 km auf 11 Liter über alle Pkws hinweg. In den 22 Jahren von 1991 bis 2013 ist der Verbrauch aber nur noch um einen Liter gesunken, auf durchschnittlich 10 Liter pro 100 Kilometer.

Nach dem Öl-Embargo von 1973 hätten die Autohersteller wichtige Fortschritte in Sachen Spritverbrauch gemacht, heißt es von den Wissenschaftlern. Der Fortschritt habe sich aber seit 1991 deutlich verlangsamt. Nur teilweise könne dies damit begründet werden, dass es viele Jahre dauert, bis sich eine komplette Fahrzeugflotte austauscht. Nicht berücksichtigt wurde beispielsweise das gestiegene Gewicht der Fahrzeuge. Seit den 1970ern sind Autos durch diverse Sicherheitsvorkehrungen deutlich schwerer geworden. Zudem ist der Siegenzug der SUVs zu berücksichtigen.

Interessant: Bis 1923 zurückgerechnet haben die Wissenschaftler die Zahlen für alle Fahrzeuge auf US-Straßen – also Pkws, Lkws, Busse und Motorräder. 1923 verbrauchte die Flotte demnach im Schnitt 16,8 Liter, bis 1973 war der Verbrauch sogar auf 19,8 Liter gestiegen. Danach sank er auf 13,9 Liter im Jahr 1991, der deutliche Rückgang setzte sich aber nicht fort: 2013 verbrauchte die Gesamtflotte im Schnitt 13,4 Liter auf 100 km – nur 20 Prozent weniger als 1923.

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