Di, 12. Dezember 2017

"Druck auf Grenze"

20.08.2015 15:30

Flüchtlinge: Mazedonien erklärte Ausnahmezustand

Angesichts der Flüchtlingskrise hat Mazedonien am Donnerstag den Ausnahmezustand erklärt. Die Regierung in Skopje erklärte, der "verstärkte Druck" auf die südliche Landesgrenze sowie eine erhöhte Zuwanderung von Flüchtlingen aus Griechenland machten dies erforderlich. Um die Krise zu bewältigen, müsse die Grenzregion besser kontrolliert werden, unter anderem durch den Einsatz des Militärs.

Es gebe "massive illegale Grenzübertritte" von griechischer Seite aus, erklärte die mazedonische Regierung, die erst kürzlich Hilfe von der Europäischen Union wegen der vielen Flüchtlinge verlangt hatte.

Mit Blick auf den Nachbarn Griechenland sagte Innenminister Mitko Cavkov, die EU sei in der Pflicht, weil das "Problem" in Mazedonien aus einem EU-Mitgliedsstaat importiert werde. Sein Land verfüge über keine ausreichenden Kapazitäten, um alle Flüchtlinge zu erfassen. Hilfsorganisationen schätzen, dass jeden Tag mehr als 2.000 Menschen illegal die griechisch-mazedonische Grenze überqueren.

Polizei blockiert Grenze
In Medienberichten hieß es, die mazedonische Polizei habe die Grenze zu Griechenland an einer wichtigen Route blockiert und damit Tausende Flüchtlinge festgesetzt. Konkret betroffen war demnach am Donnerstag die Hauptverkehrsader zwischen den Hauptstädten Skopje und Athen. Nur sporadisch sei kleinen Gruppen die Einreise gestattet worden.

Ziel der Behörden ist es, den Druck auf die grenznahe Stadt Gevgelije zu senken. Von dort versuchen jeden Tag zahlreiche Flüchtlinge, einen der drei Züge in Richtung Serbien zu nehmen, von wo sie meist weiter Richtung Norden in die EU reisen wollen.

Verhältnis Mazedonien-Griechenland belastet
Das Verhältnis zwischen Mazedonien und Griechenland ist sehr angespannt: Griechenland lehnt den Staatsnamen "Republik Mazedonien" wegen seiner eigenen Region Makedonien und im Zusammenhang mit dem Kulturerbe um Alexander den Großen ab und blockiert deshalb den EU- und NATO-Beitritt der aus dem Vielvölkerstaat Jugoslawien hervorgegangenen Nachbarrepublik.

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