Di, 12. Dezember 2017

Metzel-Urgestein

23.08.2015 09:00

"Gauntlet": Neuauflage des Kult-Spiels für die PS4

Stundenlang zu viert im Keller des Nachbarn vor dem C64 gesessen sind wir damals, um uns als Krieger, Walküre, Magier und Elf in Ataris "Gauntlet" durch Monsterhorden zu kämpfen. Gut 30 Jahre später feiert der Arcade-Klassiker von einst in einer neuen Version seine Premiere auf Sonys PS4. Auch wenn dabei vieles neu und anders ist: Der Spaß ist geblieben.

"Gauntlet: Slayer Edition" nennt sich der neueste Ableger des erstmals 1985 für den Atari erschienenen Metzel-Rollenspiels, das quasi als Wegbereiter für "Diablo" und andere Vertreter des Hack-&-Slay-Genres gilt. Revolutionär für damalige Verhältnisse war vor allem, dass erstmals vier Spieler gleichzeitig in die Schlacht ziehen konnten.

Das neue "Gauntlet" bleibt dieser Tradition treu und bietet sowohl on- als auch offline, sprich lokal, einen entsprechenden Koop-Modus. Von einst übernommen wurden auch die Lebensenergie spendenden Hendlbraten (sofern man sie nicht vorher versehentlich mit einem Hieb oder Schuss zerstört), die magischen blauen Tränke und die vier Hauptcharaktere: Krieger Thor, Walküre Thyra, Elf Questor und Zauberer Merlin. Eine neue fünfte Spielfigur, die Nekromantin, ist optional erhältlich.

Was sie eint, sind ihre Unterschiede hinsichtlich Angriffsart und Konstitution: Nah- oder Fernkampf? Schnell oder langsam? Jede Figur hat ihre ganz eigenen Schwächen und Stärken, die es für die anderen Party-Mitglieder zu kompensieren bzw. zu ergänzen gilt. Alleine macht "Gauntlet" daher auch 2015 nur wenig Spaß, umso mehr dafür mit Freunden, die einem dem Rücken decken.

Beschränkte sich das Gameplay damals allerdings auf stupides Knöpfchendrücken, so wird nun deutlich mehr spielerische Abwechslung geboten. Grund dafür: Neben verschiedenen Angriffsarten bzw. -zaubern kann jeder der tapferen Recken auch mit diversen Talismännern sowie magischen Relikten aus- und somit aufgerüstet werden. So sorgen Stiefel etwa dafür, dass die Spielfigur nicht nur schneller läuft, sondern auch schneller kämpft - leider allerdings nur temporär, weshalb es die Fähigkeiten taktisch klug einzusetzen gilt.

Einen Haken gibt es aber: Jedes Upgrade kostet Geld, und das nicht zu knapp. Als Erster sämtliche Goldhaufen einzusammeln, ist daher - damals wie heute - essentiell, zumal der gierigste Spieler noch einen Extra-Bonus erhält. Selbst dem Gierigsten dürfte es allerdings nicht gelingen, beim erstmaligen Durchspielen genug anzusparen, um sämtliche Upgrades oder auch neue Outfits freizuschalten, womit die Langzeitmotivation gesichert wäre.

Für Abwechslung sorgen auch die einzelnen Level-Typen. Neben den klassischen Labyrinth-Levels, in denen es "lediglich" den Ausgang zu finden gilt, warten spezielle Herausforderungs-Levels, in denen es mehrere Angriffswellen von Monstern und deren Bosse abzuwehren gilt, sowie jene Levels, in denen man vom Tod höchstpersönlich verfolgt wird und seine Beine daher besser in die Hand nehmen sollte.

Als ob das nicht schon stressig genug wäre, warten in den unterirdischen Höhlen nebst Gegnerhorden zudem zahlreiche Fallen sowie das eine oder andere Schiebe- und Schalter-Rätsel.

In audiovisueller Hinsicht hat sich seit Mitte der 80er-Jahre - wenig überraschend - viel getan. Die starre Vogelperspektive ist einer isometrischen, sich dynamisch verändernden Draufsicht gewichen. Die Levels selbst glänzen durch Details und Effekte wie zerstörbare Objekte, lodernde Flammen und reichlich bunten Zauber - "Diablo" lässt grüßen. Untermalt wird das Ganze von orchestraler Musik, netten Soundeffekten und dem einen oder anderen markigen Sager. Zitat Elf: "Ich könnte jetzt etwas von diesem Elbenbrot gebrauchen."

Fazit: Die einfachsten Ideen sind eben immer noch die besten. "Gauntlet: Slayer Edition" mag zwar nicht die Item-Vielfalt eines "Diablo", die Individualisierungsmöglichkeiten eines "Oblivion" oder die abend- bzw. wochenfüllende Story eines "Witcher" bieten, doch gerade dadurch zeichnet sich das Spiel auch 30 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung aus. Es ist leicht zugänglich, schnell, kurzweilig und insbesondere zu viert schlichtweg eine Riesengaudi, die mit einem Preis von 20 Euro noch dazu vergleichsweise günstig ist.

Plattform: PS4
Publisher: Warner Bros. Interactive
krone.at-Wertung: 8/10

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