Sa, 18. November 2017

Für Virusforschung

20.08.2015 11:15

Wissenschaftler konstruieren „speibenden“ Roboter

"Speiben" für die Wissenschaft: Mithilfe eines Roboters, der das Erbrechen simuliert, haben US-Forscher die Ausbreitung von Noroviren verfolgen können. Demnach verteilen sich die Virenpartikel in der Luft und lagern sich auf Oberflächen ab.

Noroviren sind hochansteckende Erreger von Brechdurchfall, landläufig Magen-Darm-Grippe genannt. Die Infektion wird von den Betroffenen zumeist schnell überwunden. Doch Personen, welche eine solche Erkrankung überstanden haben, bleiben tagelang ansteckend. Sehr häufig kommt es zu Ausbrüchen in Altersheimen und Kindertagesstätten. Vor allem bei alten Menschen kann das Virus zu schweren Erkrankungen oder gar zum Tod führen.

Für eine Ansteckung genügen laut Experten nur zehn bis 100 Viruspartikel. Epidemiologische Studien deuteten darauf hin, dass sich häufig Menschen mit Noroviren anstecken, die mit Erbrochenem von Patienten in Kontakt kommen, schreibt die North Carolina State University in einer Mitteilung.

Mithilfe einer selbst entwickelten "Brech-Maschine" sind Norovirenforscher Lee-Ann Jaykus und sein Team von der Universität der Frage nachgegangen, ob diese Viren beim Erbrechen in die Luft gelangen und sich zum Beispiel auf Oberflächen ablagern können. Dazu versahen sie eine Druckkammer mit Schläuchen und einem Tonkopf, die Magen, Speiseröhre und Mund darstellen. Das Ganze befindet sich in einer Plexiglaskiste unter einem Sicherheits-Luftabzug. Ein Gastroenterologe, spezialisiert auf den Verdauungstrakt, half bei der Entwicklung.

Der Roboter kann künstlich Erbrochenes in verschiedenen Mengen und Drücken von sich geben, das aus Flüssigkeiten unterschiedlicher Zähigkeit besteht. Das Virus wurde mit einem für Menschen ungefährlichen, dem Norovirus ähnlichen Bakteriophagen ersetzt. In den Experimenten zeigte sich, dass eine prozentual geringe Menge an Viruspartikeln beim Erbrechen in die Luft gelangt, die als Ablagerung für die hohen Infektionsraten mitverantwortlich sein könnte, wie die Forscher nun im Fachjournal "PLOS ONE" berichteten.

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