Do, 19. Oktober 2017

Zu günstig

20.08.2015 09:35

Baureifes S-Bahn-Projekt stockt

Viele Salzburger, die an der "Stiegl"-Bahn zwischen Brauerei und Kaindl-Werk arbeiten und wohnen, könnten rasch eine S-Bahn bekommen. Die scheiterte bisher, so ein Insider, an einem kuriosen Grund: Das Projekt ist zu günstig...

30 Millionen Planungskosten für die Stadt-Regionalbahn sind Bürgermeister Heinz Schaden zu viel, er stoppte deshalb das Projekt. Auch weil eine Finanzierung weit und breit nicht in Sicht ist. Dabei gäbe es einen gut funktionierenden Stadtbahn-Ast von der Firma Kaindl über das Walser Stadion, quer durch das Gewerbe- und Siedlungsgebiet von Alt-Maxglan bis zur Stieglbrauerei. Experten sagen: "Zu realisieren in einem Jahr um die Hälfte der Planungs-Kosten."

Das Fahrgast-Potenzial entlang der Strecke ist enorm und übertrifft sogar die Wiener Schnellbahnen: 2000 Fahrgäste entlang der zwei Kilometer langen Strecke wären Österreich-Rekord. Das Walser Stadion, die Austria-Arena und auch die neue Wohnsiedlung "Freiraum Maxglan" an der Kleßheimer Allee, wo 1000 Menschen wohnen, liegen hier. Salzburg-Wohnbau-Chef Christian Struber: "Wir mussten beim Bau der Siedlung ein geeignetes Areal für eine mögliche Haltestelle ausweisen, auch ein zusätzliches Ausweich-Gleis ist problemlos möglich." Sämtliche Kreuzungen zwischen Zug und Bahn sind auf dem neuesten Stand der Technik, auch die stark frequentierte Querung der Innsbrucker Bundesstraße: Bei vier Zügen pro Stunde entstünde hier nicht mehr Stau wie durch eine zusätzliche Ampel-Rot-Phase.

"Hier kann niemand mitnaschen"
Derzeit betreibt die Salzburger Lokalbahn auf den Schienen hier nur den Güterverkehr, manchmal gibt es historische Dampflok-Fahrten. Stiegl als Eigentümer der Gleise steht dem Plan sehr aufgeschlossen gegenüber. Auch dieses Projekt wurde im Salzburger Gemeinderat mehrmals diskutiert und ist stets "eingeschlafen". Warum? Ein Insider zur "Krone": „Weil das Projekt zu billig ist, hier muss man keine Tunnel bauen und teure Studien machen, hier kann niemand mitnaschen. So ist das in Salzburg...“

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