Mo, 20. November 2017

Beamte, Banker & Co.

20.08.2015 08:36

32.000 Österreicher unter Ashley-Madison-Kunden

Nach der Veröffentlichung von 33 Millionen Nutzerdaten des Seitensprungportals Ashley Madison durch die Hackergruppe The Impact Team werden jetzt immer mehr pikante Details über die Klientel der Website bekannt. Allein in Österreich soll es demnach mehr als 32.000 mutmaßliche Fremdgeher geben, darunter Polizisten, Beamte und Banker.

Wie die "Futurezone" nach einer Auswertung des 9,7 Gigabyte großen Datenpakets, das am Mittwoch von den Hackern veröffentlicht wurde, berichtet, befinden sich unter den knapp 33 Millionen an den Pranger gestellten Nutzern des Seitensprungportals insgesamt 32.746 mit österreichischer E-Mail-Adresse - etwa gmx.at, aon.at oder live.at.

Besonders pikant: 29 Männer hätten sich mit gv.at-Adressen registriert, arbeiteten also bei einer Behörde wie der Polizei, der Stadt oder einem Ministerium, heißt es in dem Bericht. Identifiziert werden konnten demnach mehrere Polizeibeamte aus Kärnten und Niederösterreich. Auch acht ÖBB-, zwei Raiffeisen-, sechs ORF-, drei AMS- und vier ÖAMTC-Mitarbeiten befänden sich in der Datenbank.

"Von den Professionen und Rängen her handelt es sich bei den vom Hack betroffenen Männern um kleine Beamte, parlamentarische Mitarbeiter mit Schreibtischjobs, ebenso wie um Gewerkschaftsmitglieder, Journalisten und Geschäftsführer. Kultur-Redakteure sind ebenso unter den Mitgliedern von Ashley Madison zu finden wie Polizisten", schreibt die "Futurezone".

Auch Behördenvertreter in USA, GB und Australien betroffen
Schämen müssen sich heimische Behördenvertreter deswegen allerdings nicht - sie befinden sich in bester Gesellschaft. Denn auch in den USA, Großbritannien und Australien, ermittelte die Website "The Daily Beast", finden sich den E-Mail-Adressen nach Tausende Fremdgeher aus Regierungskreisen, darunter Mitarbeiter des US-Justizministeriums sowie des US-Geheimdienstes NSA.

Ob sich hinter jeder E-Mail-Adresse auch automatisch ein Fremdgeher verbirgt, ist indes fraglich. Bereits am Mittwoch hatte der Sicherheitsforscher Robert Graham nach Auswertung des Datenpakets beschwichtigt, dass viele Profile offenbar nur mit falschen Angaben angelegt worden seien, um einen Blick in die Website zu werfen.

Sind Sie betroffen?
Ashley-Madison-Kunden, die wissen möchten, ob auch ihre persönlichen Daten gestohlen und veröffentlicht wurden, können dies übrigens über die Website haveibeenpwned.com abfragen. Ihre jeweiligen Ehepartner allerdings auch.

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