Di, 22. Mai 2018

Beamte im Haus

19.08.2015 15:50

Handy am Steuer: Polizist löste mächtig Wirbel aus

Über ungewöhnliche Polizei-Methoden wundert sich ein Zirler (40). Er wurde von einem Beamten, der rein privat unterwegs war, im Amraser Tunnel, beim Telefonieren am Steuer gesehen. Dem folgte eine "Fahndung", die Ärger und Sorgen erregte.

"Ich war um 17.20 Uhr bei der Heimfahrt von meiner Arbeitsstelle in Rum nach Zirl und habe zwei Minuten telefoniert, was natürlich nicht richtig war", räumt Autolenker Dietmar Walter ein. Seine Verkehrssünde wurde vom Kommandanten einer Polizeiinspektion gesehen, der allerdings privat unterwegs war.

Dies hielt den Beamten nicht davon ab, per Kennzeichendaten und Abfragesystem die Identität des Lenkers auszuforschen. "Über das Wochenende erhielt ich dann mehrere anonyme Anrufe, bei unterdrückter Nummer hebe ich aber nicht ab", erzählt der Zirler (im Nachhinein stellte sich heraus, dass ihn der Polizist telefonisch erreichen und abmahnen wollte).

Polizisten fragten sich durch das halbe Haus

In der Folge setzte der Postenchef eine Streife in Bewegung, die beim Mehrparteienhaus des 40-Jährigen in Zirl auftauchte. "Ich war beim Arbeiten und die Freundin in der Dusche. Also bemerkte sie die Polizisten erst, als sie sich schon durch das halbe Sechs-Parteien-Haus gefragt hatten." Herr Walter werde gesucht, hieß es. Nicht gerade angenehm gegenüber Nachbarn.

Als die Beamten endlich auf die Freundin stießen, konnten sie den Grund, warum ihr Freund gesucht werde, nicht nennen. "Meine Freundin konnte mich in der Arbeit nicht erreichen. Sie hat etwas Schlimmes befürchtet und begann aus Besorgnis zu weinen."

Strafe lieber als "Zinnober"

Erst nach zwei Stunden erfuhr Dietmar Walter davon und meldete sich sofort bei der Polizei. Die nächste Überraschung: "Der Beamte hat von nichts gewusst, auch bei zwei weiteren Anrufen nicht", schildert der Zirler. Erst später rief der Postenkommandant (es handelt sich nicht um jenen aus Zirl) zurück. "Er war höflich und hat mich auf mein Telefonieren an der gefährlichen Stelle bei der Tunnelausfahrt hingewiesen. Trotzdem habe ich gefragt, ob so ein Wirbel denn sein müsse." Wollen Sie lieber, dass eine Strafe per Post ins Haus flattert?, entgegnete der Beamte sinngemäß. "Bevor es so einen Zinnober gibt – ganz ehrlich ja", so Walter.

Die Polizei konnte die "Krone"-Anfrage, ob der Beamte in Übereinstimmung mit Dienstvorschriften gehandelt habe, am Mittwoch nicht beantworten, stellte aber eine Klärung in Aussicht.

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