Do, 23. November 2017

Bayern-Ei im Visier

19.08.2015 17:57

Salmonellen-Skandal: Zwei Tiroler gestorben

Durch salmonellenverseuchte Eier aus Bayern könnten nach neuen Ermittlungsergebnissen zwei Tiroler ums Leben gekommen sein. Ein 94-jähriger Mann starb im September, gab die Staatsanwaltschaft Regensburg am Mittwoch bekannt. Die heimische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz AGES, hatte nach Bekanntwerden des Skandals bereits von einem 75-jährigen Todesopfer berichtet.

Der ehemalige Geschäftsführer des betroffenen Unternehmens Bayern-Ei wurde am Dienstag in U-Haft genommen, teilte die Staatsanwaltschaft in einer Aussendung mit. Darin hieß es, in Österreich seien zwischen Juni und September des Vorjahres 78 Menschen nach dem Verzehr eierhaltiger Speisen an einer infektiösen Magen-Darm-Entzündung erkrankt. 25 Patienten mussten stationär behandelt werden, ein 94-jähriger Tiroler starb im September. Die Erkrankungen wurden durch denselben Salmonellentyp hervorgerufen, der auch bei Proben im niederbayerischen Unternehmen festgestellt wurde.

Weitere Fälle nicht ausgeschlossen
Bei den genannten Zahlen handelt es sich um bisherige Ermittlungsergebnisse, denen der jetzige Haftbefehl zugrunde liegt, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass noch weitere Fälle aufgedeckt werden. Der Salmonellenausbruch könnte laut Medienberichten in Europa insgesamt Hunderte Krankheitsfälle mit einem weiteren Todesopfer in Großbritannien ausgelöst haben.

Im Endbericht zur Ausbruchsabklärung der AGES waren in sieben heimischen Bundesländern insgesamt 151 Fälle erfasst worden. Darunter war ein 75-jähriger Tiroler, der in einem Altersheim lebte und ebenfalls durch den Salmonellenausbruch in Bayern gestorben sein könnte. Der Zusammenhang sei aber nicht gesichert, wie es bei der AGES am Mittwoch hieß. Der 94-Jährige befand sich demnach ebenfalls unter den 151 bekannten Fällen, wurde jedoch erst im Nachhinein als Todesfall registriert und wird von der Staatsanwaltschaft Regensburg derzeit offiziell als einziges Todesopfer geführt.

Salmonellenkontamination verschwiegen
Dem Ex-Geschäftsführer von Bayern-Ei wird wegen der Erkrankungen in Österreich derzeit gefährliche Körperverletzung in 77 Fällen und ein Fall von Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Regensburg mit. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Beschuldigte von der Salmonellenkontamination wusste. Dennoch wurden die belasteten Eier weiter zum unmittelbaren Verzehr ausgeliefert.

Dem Unternehmer wird weiters gewerbsmäßiger Betrug in 256 Fällen vorgeworfen. Der 44-Jährige soll seine Großabnehmer bei 256 Verkäufen getäuscht haben, indem er die Salmonellen verschwieg und mängelfreie Ware versprach. Dadurch ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mehr als drei Millionen Euro entstanden. Der Verkauf von Eiern aus dem Betrieb am Unternehmenssitz in Aiterhofen sowie in Aholming-Tabertshausen wurde Anfang August vorläufig behördlich untersagt.

U-Haft wegen Fluchtgefahr
Die Untersuchungshaft wurde wegen Fluchtgefahr verhängt. Dem Mann droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Das Unternehmen äußerte sich am Mittwoch nicht zu der Verhaftung des Geschäftsführers. Schon in den vergangenen Wochen hatte Bayern-Ei keine Stellungnahme zu den Vorwürfen abgegeben.

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