Mo, 11. Dezember 2017

Der Bart ist ab!

24.08.2015 08:45

Auf den Hipster folgt der Yuccie

Auf den Hipster folgt der Yuccie. Der gibt sich optisch zahmer und will mit seiner Kreativität endlich Geld verdienen. Die Wandlung vom Lebenskünstler zum Start-up-Gründer.

"Der Hipster ist tot – und das, was danach kommt, wird euch möglicherweise nicht gefallen!", schreibt David Infante. Der 27-Jährige ist Autor des Szene-Portals Mashable und kennt sich mit solchen Dingen aus. Sein Lebens- und Arbeitsbiotop: Brooklyn-Williamsburg, jener Stadtteil von New York, der einst als Wiege der "Hipster-Bewegung" galt und von wo aus der Trend in die Metropolen Europas schwappte, zuerst ins Londoner East End, dann nach Berlin, Paris und mit etwas Verspätung auch nach Wien.

Heute, rund zehn Jahre später, begegnet man den Hipstern, die sich mit ihren hochgekrempelten Hosen, den großflächigen Tattoos und den dichten Zottelbärten vom vermeintlichen Mainstream abheben wollen, sogar am Bahnhof Bad Ischl. Und das ist auch das Problem: Denn wenn plötzlich allesamt Hipster sind, dann sind sie nicht mehr hip, sondern gewöhnlich.

Jetzt sind die Yuccies im Kommen
Der Wahl-New-Yorker Infante argumentiert in seinem viel diskutierten Online-Beitrag, dass sich seine Generation und sein Umfeld längst weiterentwickelt haben, und schlägt auch gleich eine neue Bezeichnung vor: Er sei ein Yuccie, kurz für Young Urban Creative – eine Abwandlung des Begriffs Yuppie (Young Urban Professional) aus den 80er-Jahren.

"Wer in einer Metropole wie New York oder San Francisco lebt, kennt wahrscheinlich viele von ihnen", schreibt Infante, "als Social-Media-Berater koordinieren sie Instagram-Kampagnen, sie programmieren ein Tinder für Hunde oder gründen ein Onlinegeschäft, in dem sie Sonnenbrillen aus nachhaltig geerntetem Bambus feilbieten!"

Yuccies sind optisch zahmer als Hipster
Die neue Trend-Spezies will also Idealismus mit finanziellem Erfolg verbinden. "Für uns Yuccies ist Geld toll", sagt Infante. "Aber noch besser ist es, Geld mit kreativer Arbeit zu verdienen." Schnell reich zu werden und trotzdem seine Unabhängigkeit zu bewahren sei so etwas wie "der große Yuccie-Traum".

Mit Bedacht auf seine Karriere ("keine sichtbaren Tattoos") präsentiert sich der Yuccie optisch auch zahmer als sein Vorgänger. Die Bärte sind – falls überhaupt noch vorhanden – gepflegter und kürzer, die Brillen kleiner und dezenter. Der Yuccie mag es optisch subtiler. Den wirklich großen Unterschied macht allerdings seine innere Haltung.

Das macht den Yuccie aus:

  • Feine runde oder rahmenlose Brillengestelle: mehr John Lennon als Andy Warhol
  • Glatt rasiert oder mit gepflegtem Bart wie ein Gentleman aus dem 19. Jahrhundert
  • Dezente Tattoos, die sich im Joballtag gut verstecken lassen
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