Fr, 15. Dezember 2017

Anschlag im Zentrum

19.08.2015 16:53

Bangkok-Attentate: Polizei sucht drei Verdächtige

Nach dem blutigen Bombenanschlag von Bangkok mit 20 Toten hat die Polizei zwei weitere Tatverdächtige ins Visier genommen. Die beiden jungen Männer könnten Komplizen des Mannes sein, der am Tatort einen Rucksack deponierte und dann flüchtete, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsirisein am Mittwochabend.

Ein Gericht stellte gegen den Mann mit dem Rucksack Haftbefehl wegen vorsätzlichen Mordes und Mordversuchs aus. In dem Haftbefehl ist von einem "Ausländer" die Rede. Der Mann komme wahrscheinlich aus Europa oder dem Nahen Osten, so der Sprecher. Die Polizei stellte eine Belohnung von gut 25.000 Euro für Hinweise zu seiner Festnahme in Aussicht.

Computergeneriertes Fahndungsfoto veröffentlicht
Die Polizei veröffentlichte ein computergeneriertes Fahndungsfoto von dem Mann mit Rucksack. Darauf ist ein Mann mit krausen Haaren, einem dünnen Bart und einer schwarze Brille zu sehen. Es entstand auf Basis der Videos aus Überwachungskameras, die das Geschehen am Tatort filmten. Auf einem Video ist zu sehen, wie der Mann mit auffälligem gelbem T-Shirt seinen Rucksack an einer Bank deponiert und davongeht. "Stellen Sie sich, sonst kann es sein, dass Sie bei einem Polizeieinsatz ums Leben kommen", appellierte Regierungschef Prayuth Chan-ocha an den Mann.

In dem Überwachungsvideo sind auch die beiden anderen Männer zu sehen, einer mit weißem, einer mit gelbem T-Shirt. Sie stehen mit dem Rücken zum mutmaßlichen Täter, so als wollten sie den Blick auf den Mann verdecken. Die Kamera filmt aber von der Seite. Einer der beiden blickt sich zu dem Mann in Gelb noch um, bevor er das Gelände verlässt. Zu dem Anschlag hat sich zunächst niemand bekannt.

"Netzwerk" von Tätern?
Polizeichef Somyot Phumpanmuang sagte am Vormittag: "Ich glaube, dass es mehr als eine Person war." Er sprach von einem "Netzwerk" von Tätern. "Ein Ausländer hätte so einen Anschlag nicht allein verüben können. Es muss Thailänder geben, die ihm dabei geholfen haben", sagte er. Die Tatorte deuten darauf hin, dass die Täter dem Tourismus schaden wollten.

Die Polizei schloss jedenfalls keine Gruppierung aus, auch nicht extremistische Gegner der Militärregierung. Allerdings passe die Tat weder zur Taktik der oppositionellen sogenannten Rothemden noch zu muslimischen Extremisten aus dem Süden des Landes. Sicherheitsexperten halten es auch für möglich, dass die Islamistenmiliz IS oder der Al-Kaida nahestehende Gruppen infrage kommen. Ebenso schließt es die Polizei nicht aus, dass Uiguren-Extremisten verantwortlich sein könnten. Erst im vergangenen Monat hat Thailand mehr als 100 Angehörige der Volksgruppe nach China ausgeliefert, die vor der Verfolgung in ihrer Heimat nach Thailand geflohen waren.

Tatorte beliebt bei Touristen
Der tödliche Sprengsatz war am Montag auf dem Gelände des Erawan-Schreins explodiert. Der Schrein unter freiem Himmel ist Gebetsort und Touristenattraktion, weil dort Tempeltänzerinnen in prunkvollen Gewändern mehrmals pro Stunde Tänze aufführen. Dort halten sich meist Dutzende Thailänder und Besucher auf. Am Dienstag schleuderte ein Unbekannter einen zweiten Sprengsatz an einem bei Touristen beliebten Bootsanleger. Er verfehlte aber sein Ziel, die Bombe explodierte im Fluss. Die Polizei geht von einem Zusammenhang zwischen den Anschlägen aus.

Der Erawan-Schrein wurde am Mittwoch wieder geöffnet. Einheimische und Touristen legten dort Blumen nieder und gedachten der Opfer. Die auf einem goldenen Altar stehende Statue des Hindu-Gottes Brahma war fast unversehrt. Nur am Kinn der Gottheit fehlte ein Stück.

Die Behörden hätten die Sicherheitsvorkehrungen an den Touristenattraktionen der Stadt verschärft, vor allem an solchen, die von Chinesen besucht werden, sagte Regierungssprecher Winthai Suvaree. Unter den Opfern des Anschlags waren viele Chinesen.

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