So, 19. November 2017

Forschung zeigt:

18.08.2015 09:42

Wölfe vorsichtiger, aber neugieriger als Hunde

Sitzt auf einmal ein Teddybär oder Gartenzwerg im Gehege, gehen Wölfe vorsichtiger darauf zu als Hunde - dafür erkunden sie solche neuen Objekte gründlicher, berichten Forscher in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour". Sowohl Wölfe als auch Hunde seien dabei mutiger, wenn sie von einem Artgenossen oder ihrem ganzen Rudel begleitet werden.

Wie achtsam oder beherzt Tiere ihre Umgebung erforschen, beeinflusst ihr Überleben und ihren Fortpflanzungserfolg, berichten die Forscher des Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn (Niederösterreich), des Messerli Forschungsinstitutes an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Universität Wien. Denn dabei könnten sie etwa auf eine neue Nahrungsquelle, einen Partner, Schutz, aber auch auf Feinde oder eine Falle stoßen. Sind sie Neuem gegenüber eher ängstlich (neophob), bewahrt sie das vor so mancher Gefahr, dafür entgehen ihnen Möglichkeiten, etwas Neues zu entdecken und dabei zu lernen.

Tiere mit Gegenständen konfrontiert
Die Forscher setzten, legten und stellten ein Fahrrad, ein Buch, einen Teddybären, Helme, einen Gartenzwerg oder einen Gymnastikball in ein Testgehege und beobachteten, wie Wölfe und Hunde darauf reagierten. Außerdem wollten sie wissen, ob die Tiere alleine vorsichtiger oder waghalsiger sind, als wenn sie einen Artgenossen als Partner oder sogar das ganze Rudel als Unterstützung haben.

Unterschiede zwischen Hund und Wolf gefunden
"Die Hunde sind schneller zu den Objekten hingelaufen als die Wölfe", sagte Marleen Hentrup vom WSC. Die Wölfe gingen zögernder darauf zu und tänzelten "nach dem Prinzip, das könnte ja etwas Schlimmes sein" öfter wieder ein paar Schritte zurück, sagte sie. Doch wenn sie erst einmal bei einem Gegenstand waren, inspizierten sie ihn dafür umso länger. Die Hunde zeigten generell weniger Interesse an neuen Objekten. "Es haben nur ungefähr die Hälfte der Hunde tatsächlich die neuen Objekte begutachtet, aber alle Wölfe", so Hentrup.

Domestikation als Ursache?
Diese Unterschiede könnten eine Folge der Haustier-Werdung (Domestikation) der Hunde sein, meinen die Forscher. Denn sie werden in der Regel von ihren Besitzern vor den ärgsten Gefahren bewahrt und durchgefüttert. Wölfe müssen hingegen ihre Ressourcen selbst suchen und Neuigkeiten können für sie größeren Nutzen, aber auch Unheil bringen.

Viele Ähnlichkeiten zwischen den Arten
In einem gleichen Wölfe und Hunde einander jedoch: "Wenn sie mit einem Artgenossen oder ihrem Rudel unterwegs waren, zeigten sie sich mutiger, gingen schneller zu den Gegenständen hin und sahen sie sich auch länger an", sagte die Biologin. Das geschieht, weil sich die Tiere in der Gruppe etwaige Risiken teilen können, vermuten die Forscher.

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