Mo, 18. Dezember 2017

Fan-Kultur

17.08.2015 17:47

Ein Ausflug zum Nachdenken

Sie sind rar geworden: Ausverkaufte Spiele in der Bundesliga, wie Sonntag im Schlager Sturm gegen Rapid. Die "Alltagskost" lockt den Fan nicht mehr wirklich an. Schade. Weil sich die Leistungen oft mehr verdient hätten. Und weil "Alltagskost" in anderen Ligen nach wie vor sehr verträglich ist.

Man braucht da nicht nach Deutschland, Spanien oder England schauen. Mit den Ländern kann sich Österreich nicht messen. Es reicht ein Abstecher zu einem Mittelständler-Duell in Frankreich, der sich im Urlaub zufällig ergab. Das dort Erlebte muss jeden heimischen Funktionär neidisch werden lassen. So sahen das 2:1 des Korsika-Klubs Bastia gegen Stade Rennes, dem Ex-Verein von Philipp Hosiner, 14.702 Fans. Das waren mehr als am selben Spieltag in Österreich bei Admira gegen Salzburg, Grödig gegen Austria, Altach gegen Sturm und Mattersburg gegen Ried zusammen. Zwei Stunden (!) vor Spielbeginn war im Umkreis von einem Kilometer kein Parkplatz mehr zu finden, im Fan-Shop gab es auf Grund des Massenandrangs Blockabfertigung und eine Stunde nach Spielende (Anpfiff: 21 Uhr) ging’s im Shop noch so zu, dass ein zweite Kasse geöffnet werden musste.

Regionalität hat eine Berechtigung
Dabei hat die Hafenstadt Bastia nur 43.500 Einwohner, aber 6400 Saisonkarten verkauft. Es regt sich auch keiner auf, dass er für die Haupttribünen, die ans alte Lehener Stadion erinnern, 28 Euro Eintritt zahlt. Jeder ist stolz, "seinen" Verein unterstützen zu können - bei dem fünf Korsen begannen. Regionalität hat auch im immer internationaler werdenden Fußball eine Berechtigung.

Es war ein Ausflug zum Nachdenken. Auch, weil bei Bastia Brandao stürmt. Jener Brasilianer, der 2007 Salzburgs Champions-League-Träume zerstörte. Er traf für Schachtjor Donezk drei Minuten vor Schluss zum 3:1, bugsierte die Trapattoni-Truppe nach dem 1:0 im Hinspiel raus. So knapp war Salzburg dann nie mehr wieder dran an der Königsklasse – auch das stimmt nachdenklich.

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