Di, 17. Oktober 2017

"HAMR" bei Seagate

17.08.2015 14:01

Laser-Festplatten mit 100 Terabyte sind in Arbeit

Wenige Tage, nachdem Toshiba enorme Kapazitätssteigerungen bei SSDs in Aussicht gestellt hat, hält der Festplattenspezialist Seagate mit einer Technologie dagegen, die in zehn Jahren Festplatten mit hundert Terabyte Kapazität ermöglichen soll. Der Trick: Um noch kleinere Strukturen auf den Magnetscheiben unterzubringen und die Kapazität so zu steigern, heizt ein Laser die Platte beim Schreibvorgang auf.

Die Technologie, an der Seagate arbeitet, heißt "Heat Assisted Magnetic Recording" (HAMR) und soll – gemeinsam mit anderen Technologien zur Kapazitätssteigerung – bis zum Jahr 2025 Festplatten mit einer Kapazität von hundert Terabyte ermöglichen. Wenn die ersten HAMR-Festplatten Ende 2016 an Testkunden ausgeliefert werden, wird man diese Marke einem "Heise"-Bericht zufolge aber noch lang nicht erreicht haben.

Erste Laser-Festplatten haben vier Terabyte
Zu diesem Zeitpunkt will Seagate HAMR-Festplatten mit vier Terabyte Kapazität testen. Die geringe Kapazität ist dem Umstand geschuldet, dass der Schreiblesekopf dicker ist als bei konventionellen Modellen, wodurch weniger Magnetscheiben im Gehäuse Platz finden und die Kapazität – zumindest fürs erste - gering bleibt.

Das soll natürlich nicht so bleiben. Seagate will die Technologie verfeinern und langfristig Laser-Festplatten mit besonders hohen Kapazitäten produzieren. Preislich sollen sie sich nur geringfügig von normalen Festplatten entfernen: Der Aufheiz-Laser im Schreiblesekopf dürfte Festplatten um rund zehn Prozent teurer machen, schätzt man. Damit wären kapazitätsstarke Festplatten immer noch deutlich günstiger zu haben als vergleichbar große SSDs.

Kapazitäten steigen auch bei SSDs stark
Der japanische IT-Konzern Toshiba hatte erst vor einigen Tagen angekündigt, bis 2018 SSD-Laufwerke mit Kapazitäten von bis zu 128 Terabyte anbieten und Festplatten endgültig überholen zu wollen. Schlüssel hierfür sind 3D-Speichertechnologien, welche die Kapazität der Flash-Speicherchips in SSDs steigern. Allerdings dürften SSDs mit hoher Kapazität trotzdem bis auf weiteres teurer sein als konventionelle Festplatten, als Archivspeicher werden die Magnet-Datenträger also auch in Zukunft eine Rolle spielen.

Die Folge: PC-Nutzer werden wohl auch künftig ein Gespann aus Magnet- und Flash-Datenträger nutzen, wenn sie einen ökonomisch sinnvollen Kompromiss aus Geschwindigkeit und Kapazität anstreben. Dabei dient eine erschwingliche, aber kapazitätsarme SSD mit ihren hohen Schreib- und Leseraten als Systemlaufwerk, während die langsamere, aber beim Preis pro Gigabyte unschlagbare, Festplatte als Archivmedium verwendet wird.

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