Sa, 16. Dezember 2017

Explosionen in Lager

17.08.2015 11:24

"Sehr schwierige" Aufräumarbeiten in Tianjin

In der von verheerenden Explosionen getroffenen chinesischen Stadt Tianjin haben die Aufräumarbeiten begonnen. Diese seien "sehr schwierig und heikel", sagte der stellvertretende Bürgermeister der Hafenstadt, He Shusheng, am Montag. Erschwert wurden sie durch die rund 16.500 leeren Schiffscontainer. Zudem drohte vorhergesagter Regen, giftige Gase in der Luft zu verbreiten.

Helfer hätten Dämme aus Sand und Erde rund um ein Gebiet von 100.000 Quadratmetern aufgeschüttet, um das Austreten von Zyanid und anderen schädlichen Substanzen zu verhindern, sagte He. Das Militär hatte am Sonntag erstmals das Vorhandensein hochgiftiger Chemikalien am Unglücksort zugegeben. "Hunderte Tonnen" gefährlichen Zyanids waren einem ranghohen Militärvertreter zufolge dort eingelagert. Die Zahl der Todesopfer infolge der Explosionen in einem Gefahrgutlager stieg inzwischen auf 114, 70 Menschen wurden noch vermisst.

30-mal mehr Natriumcyanid gelagert als erlaubt
Chinesischen Medien zufolge hatte die Firma, die das Gefahrgutlager gepachtet hatte, 30-mal mehr Natriumcyanid gelagert als erlaubt. Eigentlich hätten dort nur 24 Tonnen der hochgiftigen Substanz gelagert werden dürfen, berichtete die Zeitung "Bejing News" am Montag. Proben von Wasser in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes hatten am Samstag einen 27,4-mal höheren Zyanidwert als normalerweise aufgewiesen, wie Behördenvertreter sagten. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace maß bei Tests des Oberflächenwassers nach eigenen Angaben an vier Stellen in der Millionenstadt keine erhöhten Zyanidwerte.

"Gebt unseren Kindern eine saubere Zukunft"
Die örtlichen Behörden versicherten weiterhin, Luft und Wasser in Tianjin stellten keine Gefahr für die Bewohner dar. Diese blieben jedoch skeptisch. Dutzende Anrainer, deren Wohnungen sich etwa 600 Meter vom Unglücksort befinden, protestierten am Montag und forderten: "Gebt unseren Kindern eine saubere Zukunft."

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