Mo, 11. Dezember 2017

Mehr Grenzkontrollen

16.08.2015 20:20

Insider: "Die Bayern schaden sich damit selbst"

Unsere Nachbarn wollen die Grenzen dicht machen: Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat nun scharfe Kontrollen an der Grenze zu Österreich angekündigt. Dazu kommt aus dem Innenministerium in Wien: Das Beispiel Bayerns sei "nur als allerletzte Möglichkeit denkbar". Und ein Polizei-Insider meint zu den Plänen aus München: "Die Bayern schaden sich selbst, wenn sie die Grenzen wieder wie vor der Schengen-Zeit kontrollieren wollen - dann bleiben alle Asylwerber, die weiter in den Norden durchreisen wollen, bei ihnen."

"Mit der Ware Mensch lässt sich jetzt mehr Kasse machen als mit Waffen und Drogen", sagte der deutsche Bundespolizeipräsident Dieter Romann. Und er widersprach auch nicht dem bayerischen Innenminister Herrmann bei dessen Kritik an Österreich: "Angesichts der riesigen Probleme an der südbayerischen Grenze zu Österreich muss die Polizei deutlich verstärkt werden." Nur so werde eine schärfere Kontrolle der Grenzen möglich. Im Innenministerium will man darüber am Montag mit den Bayern sprechen. Erster - inoffizieller - Kommentar: "Wir verstehen die Sorgen unserer Nachbarn. Und wir haben die Kontrollen bei uns ja schon extrem verstärkt."

Situation der Polizeibeamten "schlimm"
So sind in Österreich aktuell 1350 Exekutivbeamte allein für die Grenzüberwachung im Einsatz, täglich werden vier Züge aus Ungarn kontrolliert. Polizeiintern wird die Situation für die Beamten im Osten Österreichs bereits als "schlimm" bewertet: "Wir chauffieren nur noch Flüchtlinge, schreiben täglich Dutzende Anzeigen und kommen kaum noch zu anderen Ermittlungen." Die Polizisten sind "absolut am Limit". Um die Exekutive zu entlasten, soll das Bundesheer nun auch die Transporte der Flüchtlinge von den Erstaufnahmestellen in die Quartiere in den Bundesländern übernehmen. Eine Einigung wird in Kürze erwartet.

Zumindest zeigt der verstärkte Einsatz aber auch Erfolge: 73 Schlepper pro Woche stellen derzeit deutsche und österreichische Polizisten, seit Jänner wurden in den beiden Ländern 1761 Menschenhändler verhaftet.

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